Hojotoho
Was machen eigentlich die Walküren? Bei Richard Wagner sind sie die Töchter des Gottes Wotan, die Impulse für die Geburt Siegfrieds geben und damit die Handlung im «Ring des Nibelungen» in Gang setzen. Caren Jeß hat den Stoff 2023 fürs Staatstheater Braunschweig überschrieben, für das Projekt «Ausweitung des Ringgebiets», mit dem das Haus spartenübergreifend Wagners Mammutwerk begleitete.
Damals ging es der Autorin explizit nicht darum, die Geschichte noch einmal neu zu erzählen: «Ich sag euch eins», heißt es an zentraler Stelle, «arbeitet euch nicht an Wagner ab, arbeitet euch an eurer Rezeption ab». Sich an der Rezeption abzuarbeiten passt optimal zum damaligen Vorhaben, ein nicht unproblematisches Werk zu kontextualisieren. Aber ergibt «Die Walküren» auch einen runden Abend, gerade mal zwei Jahre später, am Staatstheater Hannover, in direkter Nachbarschaft zu Braunschweig?
Marie Bues jedenfalls entscheidet sich dazu, die Vorlage dann eben doch in erster Linie als Überschreibung zu lesen statt als Nachdenken über die Rezeption. Die Wotan-Töchter sitzen bei ihr wie bei Wagner auf einem Bergmassiv und sehen, wie die Welt den Bach runtergeht. «Es gab eine Zeit, da wurde die ganze ...
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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber
Im langsamen Rhythmus eines Metronoms geht Connor die Treppe herunter, Schritt für Schritt. Seine Arme pendeln taktgenau mit, Bewegungen, die den Körper im roten Lackkostüm wie fremdgesteuert wirken lassen in diesem monströsen Stück, in dem Gewaltakte und Grenzüberschreitungen vollzogen werden als seien sie Rituale. «Double Serpent», das Auftragswerk zum Auftakt...
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Ein Jahrhundert, drei Generationen, eine Wohnung in Budapest: Die zunehmend gebrechliche jüdische Großmutter – als Baby im Konzentrationslager geboren –, die nur mit viel Glück den Holocaust überlebt hat, will auch als alte Frau nichts von ihrer Identität...
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