Kannibalen unter sich
Governance is a form of art», heißt es irgendwann in «No President», der jüngsten Produktion des New Yorker Nature Theater of Oklahoma, die auf der diesjährigen Ruhrtriennale uraufgeführt und vom Düsseldorfer Schauspielhaus koproduziert wurde. Dass Regieren eine Kunst ist, weiß auch Mikey, der Wachmann und ehemalige Schauspieler, der mit seinen Kollegen einer Sicherheitsfirma das geheimnisvolle Überbleibsel einer vergangenen Kultur, einen roten Theatervorhang, bewachen muss. Da geht es dem Wachpersonal in der Geschichte nicht anders als vielen Zuschauern in der Gladbecker Halle.
Sie kehren an ihren ehemaligen Arbeitsplatz zurück, der inzwischen zu einem Museum geworden ist, und bestaunen die Kunst, mit der sie zumindest als Werktätige nichts mehr zu tun haben. In die ehemalige Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck hat Ansgar Prüwer ein klassisches Guckkastentheater hineingebaut, dessen roter Vorhang während des zweieinhalbstündigen pausenlosen Abends geschlossen bleibt. Gespielt wird durchweg auf der Vorderbühne, die links und rechts vor dem zerschlissenen Proszeniumsbogen von zwei Kulissen mit ihren Gassen für Auftritte und Abgänge flankiert wird.
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Theater heute November 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Gerald Siegmund
Ich besuche Kirill Serebrennikov Anfang August 2017 in Kronstadt. Im ehemaligen Kulturhaus der Baltischen Flotte dreht der Regisseur Sequenzen seines neuen Films. Weniger ihm als seiner engsten Mitarbeiterin steht der Stress der vergangenen Monate ins Gesicht geschrieben, auch die Stinkefinger-Brosche an ihrem Kleid kann darüber nicht hinwegtäuschen: Als der...
Figuren:
Dr. Viktoria
Dr. Jacques
Dr. Martin
Johanna
Dr. Matthias
Dr. László
Dr. Eddie
Im Park und auf der Veranda vor dem einstigen Kanzlerbungalow in Bonn.
PROSZENIUM
Dr. Matthias Gefährten. Freunde. Wir haben die Ruinen Bonns erreicht. Das Kleinod an den Rheinauen. Wir sind am Ziel. Die Expedition ist als eines vom Main an die Mosel gezogen. Als eines haben...
In Herbert Fritschs Inszenierung «der die mann», die noch an der Castorf-Volksbühne entstanden und nach deren Ende ins Repertoire der Berliner Schaubühne gewandert ist, hat Annika Meier diese schräge Solo-Nummer. Sie tritt an die Rampe, um etwas vorzutragen, weiß aber vorgeblich nicht, wie sie anfangen soll. Kein Wunder; die Texte des Neodadaisten Konrad Beyer, auf...
