Jürgen Gosch – 9.9.1943–11.6.2009
Bemerkenswertes Theater, meinte Jürgen Gosch in einem Gespräch, sei ein fragiler Moment. Man kämpfe ja beim Inszenieren immer damit, die Sache wiederholbar, sie robust zu machen. Und das sei auch nötig: «Aber die Probenphase, bevor dieser Prozess einsetzt, ist mir die liebste. In der die Proben leichtsinniger sind. Bevor die Arbeiten anfangen, Beton zu werden.» Davon versuche er, so viel wie möglich zu erhalten: «Es gibt Glücksfälle, wo der Beton an den Rändern bröckelig bleibt oder für Momente nicht existiert.»
Jürgen Gosch, der in der Nacht zum 11.
Juni gestorben ist, sind viele solcher bemerkenswerten Arbeiten gelungen. Von seiner ersten Regie, «Leonce und Lena» 1978 an der Ostberliner Volksbühne, bis zu den letzten Tschechow-Inszenierungen «Onkel Wanja» und «Die Möwe» am Deutschen Theater oder «Idomeneus» von Roland Schimmelpfennig – ein Glücksfall-Panorama im nächsten Heft.
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