Lopachin in San Pancrazio
Nun also San Pancrazio statt Turin. Peter Steins mit Spannung erwartete, im April plötzlich gekippte, millionenschwere Prestigeproduktion des renommierten Teatro Stabile di Torino auf vier Abende für jeweils 96 Zuschauer gestutzt. Die bösen Geister des vorrevolutionären Russland auf der Probebühne eines Landes, in dem die Politik seit langem nur noch Farce ist. Die Eiseskälte der namenlosen russischen Provinz in der Hitze eines tropisch heißen Samstags im Mai.
Ein seltsam exterritoriales Theater-Ereignis, das dann wird, was kaum jemand erwartet hatte: Welttheater in einer umgebauten Scheune, mitten im «grünen Herzen Italiens».
Die aus Rom und Mailand angereiste italienische Theaterkritik erkennt ihre Schauspieler nicht wieder: kein hohles Deklamier-Pathos, kein tremolierendes Ariensingen, und nur in den Massenszenen, bei den Nachwuchsschauspielern, gelegentlich überbordendes Gestikulantentum. Stattdessen konzentriertes, auf die Essenz reduziertes, beiläufiges, fast filmisches Spiel. Erzähltheater, das mit Farbigkeit und Ironie eine Faszination und einen Sog entwickelt, dem sich die fast ausschließlich aus Theaterleuten bestehende Zuschauer-Community nicht entziehen kann. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die einen sind verheiratet, die anderen sind neue Freunde. Die einen wohnen in Tübingen und leiten ein Theater, die anderen wohnen in Tübingen und leiten ein Theater. Das eine Theater ist groß, besteht seit 1945, hat seit dreißig Jahren ein eigenes Haus, muss aber trotzdem im Land herumreisen. Und ist eine Reise wert: Das majestätisch benannte Landestheater...
Wenn sich im DFB-Pokal Regionalligisten mit Bundesligisten messen, sind diese Begegnungen meist die spannendsten und emotionalsten, und oft genug ist es nicht der Favorit, der den Applaus des Publikums und der Kritik erntet. Vor Begeisterung über ihre Auswahl trunkene Juroren hingegen, mit verlorenen Illusionen sich tapfer gegen «Frauen- und...
Es entbehrt nicht der Ironie, dass Dirk Lauckes jüngste Auftragswerke in besonders vorbildlichen westdeutschen Städten das Licht der Bühnenwelt erblicken. Das romantische Heidelberg mag eine Touristenfalle sein, an diesem Mai-Abend wirkt es wie ein Treffpunkt der Kulturen.
Und Osnabrück, das sich «Friedensstadt» nennt, als sei der Dreißigjährige Krieg erst gestern...
