It’s a match!
In dem von Aristophanes 411 v. Chr. uraufgeführten Stück «Lysistrata» wird der Krieg zwischen Sparta und Athen zum Kampf der Geschlechter. Um den Frieden zu erzwingen, starten die Frauen hinter der Frontlinie einen Vergeltungsschlag auf Krieg und Patriarchat. Sie ziehen alle Register weiblicher Verführungskunst und quälen die Männer durch Enthaltsamkeit – und ein von beiden Seiten äußerst konsequent geführter Machtkampf beginnt.
Wer sonst sollte sich heute diesen Stoff vornehmen, wenn nicht Sibylle Berg? In ihren Romanen, Theaterstücken und Kolumnen erweist sie sich als scharfsinnige Analytikerin der Geschlechterverhältnisse. Nun hat sie die antike Komödie zur Grundlage ihres neuen Stücks gemacht und als Auftragswerk für das Theater Basel eine zeitgemäße Fortsetzung geschrieben: «In den Gärten oder Lysistrata Teil 2». Es ist ein bissiges Plädoyer für Gleichberechtigung und gegen überholte Rollenzuschreibungen. Darin lässt die Dramatikerin als Einzelstimmen DIE Frau Lysistrata und DEN Mann Bernd, von einem Frauen- und Männerchor begleitet, zu Wort kommen. Und diese weiblichen und männlichen Stimmen vermelden nicht etwa nur eine pessimistische Bestandsaufnahme – nein, Sibylle ...
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Theater heute Das Schöne am Stadttheater ist, dass es sich zumindest künstlerisch permanent verändern kann. Alle fünf oder zehn Jahre kommt – falls die Kulturpolitik nicht furchtsam oder bequem ist – eine neue Leitung, die für sich neu definieren kann, wozu das Theater da ist und wie es sich im Umfeld von Stadt und Gesellschaft positioniert. Dabei gibt es klare...
Als ich für mein Studium von Salzburg Land nach Hamburg zog, hatte mein Kulturschock Ausmaße einer schwindelerregenden Identitätskrise, die mich in eine depressive Dauerverwirrung stürzte. Den einen kulturellen Unterschied, den das 18-jährige Bauernmädchen, das ich war, aber sehr klar sehen und sofort freudig wertschätzen konnte, war die Qualität der...
And this is where the script ends ...» bekennt Orit Nahmias, das Bühnen-Alter-Ego von Yael Ronen, in deren letztem Stück «Yes but No» etwa nach der Hälfte der Aufführung. Das Publikum hat bis zu diesem Zeitpunkt eine hochaktuelle Auseinandersetzung mit dem Sprechen über Sex, Macht und Missbrauch im Verhältnis der Geschlechter nach #MeToo erlebt. Es hat Ausbrüche...
