Inszenierung von beschränktem Raum
Theater sind raumfressende Monster mit stetigem Ausbreitungsdrang. Notorisch leiden die Häuser, vielleicht mit Ausnahme der Opéra de la Bastille in Paris, unter permanenter Raumnot. In Bremen, wo sich das Mehrspartentheater am Goetheplatz in einem allzu engen Gehäuse zurechtrütteln musste, ist die Dramaturgie in besonderem Maße auf logistische Improvisationskünste angewiesen. Erweiterungsmöglichkeiten für die Hinter- und Nebenbühnen hat der Standort im dicht bebauten Theaterquartier nicht zu bieten.
Wenigstens den Besuchern ein Aufatmen zu ermöglichen und der Verwaltung mehr Platz und praktischere räumliche Verbindungen einzuräumen, aber auch die Modernisierung und Optimierung der verschlissenen Zuschauerräume war Ziel der jüngsten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen.
Wenn daraus mehr wurde als eine routinemäßige Modernisierung, so ist das den Hamburger Architekten Dinse Feest Zurl zu verdanken, ein Team, das sich schon öfter durch den geschickten Umgang mit räumlich verzwickten Situationen ausgezeichnet hat und dem das Denken in Theaterkategorien nicht schwer fällt. Schematische Grundrissorganisation reicht für eine solche Aufgabe nicht aus, man benötigt dazu ein ausgeprägtes ...
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