Das Kind im König

Shakespeare «König Lear»

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Wie Burgtheaterkollege Peter Simonischek, der in Graz den Baumeister Solness spielt, gastiert nun auch Udo Samel in der österreichischen Theaterprovinz: In «König Lear», Peter Konwitschnys erster Schauspielinszenierung seit Jahrzehnten, spielt er die Titelrolle. Samel als Lear? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Schauspieler, der zuletzt hauptsächlich als Edelkomiker reüssierte, ist jedenfalls nicht die nächstliegende Besetzung für den zornigsten alten Mann der Theater­literatur.

Tatsächlich ist Samel ein ungewöhnlicher Lear.

Wenn der König sein Reich unter seinen Töchtern aufteilt und dafür Liebesbeweise fordert, ist das kindisch. Bei Samel wirkt es eher kindlich. Er will doch nur spielen – und kann es einfach nicht begreifen, dass nicht alle mitspielen mögen. Samels Lear ist kein greiser Kindskopf, sondern ein großes Kind – ein egoistisches, vergnügungssüchtiges Riesenbaby.

Er trötet gern auf einer Trompete und hat nicht nur einen Narren (väterlich abgeklärt: Otto David) an seiner Seite, sondern auch eine närrische Rasselbande von Leibgarde um sich; dass Lears Töchter diese Spaßguerilla nicht im Haus haben wollen, kann man nachvollziehen. 

Samels unkonventionelle ...

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Theater heute April 2009
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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