Das Kind im König
Wie Burgtheaterkollege Peter Simonischek, der in Graz den Baumeister Solness spielt, gastiert nun auch Udo Samel in der österreichischen Theaterprovinz: In «König Lear», Peter Konwitschnys erster Schauspielinszenierung seit Jahrzehnten, spielt er die Titelrolle. Samel als Lear? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Schauspieler, der zuletzt hauptsächlich als Edelkomiker reüssierte, ist jedenfalls nicht die nächstliegende Besetzung für den zornigsten alten Mann der Theaterliteratur.
Tatsächlich ist Samel ein ungewöhnlicher Lear.
Wenn der König sein Reich unter seinen Töchtern aufteilt und dafür Liebesbeweise fordert, ist das kindisch. Bei Samel wirkt es eher kindlich. Er will doch nur spielen – und kann es einfach nicht begreifen, dass nicht alle mitspielen mögen. Samels Lear ist kein greiser Kindskopf, sondern ein großes Kind – ein egoistisches, vergnügungssüchtiges Riesenbaby.
Er trötet gern auf einer Trompete und hat nicht nur einen Narren (väterlich abgeklärt: Otto David) an seiner Seite, sondern auch eine närrische Rasselbande von Leibgarde um sich; dass Lears Töchter diese Spaßguerilla nicht im Haus haben wollen, kann man nachvollziehen.
Samels unkonventionelle ...
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Peter Kastenmüller Da ist so ’ne Rubrik in «Theater heute» ... wenn man Prügel bekommen hat, melden die sich und sagen, hätten Sie mal Lust …
Ulrich Peltzer Du sollst was zu der Inszenierung von «Schwarz Gold Rot» sagen?
KastenmüllerMach ich natürlich nicht, aber ich hab gedacht, ich ruf mal an und red mit dir über Kritik.
Peltzer Klar.
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