In Stöckelschuhen über Leichen

wieder am 23.07: Theresia Walser «Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel» (U)

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Als es im syrischen Krieg noch Hoffnung gab, machte ein Video-Appell an Diktator Bashir al-Assads schöne junge Frau Asma die Runde: «Wenn deine Kinder fragen, was du getan hast, um das Blutvergießen zu stoppen, was wird deine Antwort sein?», fragten darin die Ehefrauen zweier Diplomaten und sammelten Unterschriften von zig-tausenden Kriegsgegnern. Asma al-Assads «Reaktion»: Sie bestellte die neue Kollektion exquisiter High Heels von Louboutin.

Zynische Anekdoten wie diese mögen Theresia Walser auf ihr jüngstes Stück «Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel» (ein Gaddafi-Zitat) gebracht haben. Drei Diktatorengattinnen und ihr parasi­tärer Ruhm mitsamt den grotesken Deformationen der Macht bilden das Tableau für eine Komödie, bei der Walsers eigenwilliger Sprachwitz die skurrile Munition liefert. Schon 2006 hatte die Autorin eine ähnliche Versuchsanordnung gewählt, um die mediale Banalität des Bösen vorzuführen: «Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm» zeigte den Hahnenkampf dreier Schauspieler um die Frage, wer von ihnen den besseren Hitler/Goebbels gegeben hat. Nun, in Walsers fünftem Auftragswerk fürs Mannheimer Nationaltheater, führen drei ehemalige First Ladys einen monströsen Diven-Krieg ...

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Theater heute März 2013
Rubrik: Nationaltheater Mannheim, Seite 50
von Barbara Behrendt

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