In Netzen gefangen
Ach, wie schön ist doch die Liebe! Alles ist leicht, wenn sich Leonie Hämer und Fanny Staffa als Sylvia und Sybille nackt auf der Bühne wälzen und dabei mit sich und einer großen Stoffrolle vergnügen. Die Welt ist fern, und Glück strömt aus allen Poren. Die Zuschauer:innen sitzen allerdings in einer Arenaordnung um die beiden herum, und alle wissen: Es bleibt kompliziert. Für einfache Liebesgeschichten ist das Theater schließlich nicht geschaffen.
Die Szene nach gut zwei Dritteln des Stücks ist der emotionale Klimax von «Sylvia und Sybille», das Hausregisseurin Daniela Löffner für das Staatsschauspiel Dresden bearbeitet hat. Löffner hat dafür das Stück von Christa Winsloe aus den Jahr 1931 komplett überarbeitet und aktualisiert.
Der Start erinnert allerdings eher an Hamlet denn an fröhliches Liebestreiben. Im Wohnzimmer von Sylvia spielen Bruder Henry (Jakob Fließ) mit seiner Freundin Lilly (Mina Pecik) Tischtennis. Die Mutter hat Suizid begangen. Während Sylvia sich in tiefsten Weltschmerz zurückzieht, stürzt sich ihr Bruder in Parties und Drogen. Vater Richard Schmettau (Hans-Werner Leupelt), der zu seinen Kindern ein desolates Verhältnis hat, bandelt derweil mit einer Lehrerin ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Torben Ibs
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