Eine jüdische Odyssee
Fast verwehte Spuren» nannten Albert Klein und Raya Kruk 1994 ihren Versuch, das Leben und die künstlerischen Wege des jüdischen Schauspielers Alexander Granach darzustellen, der 1933 emigrieren musste, in Warschau, in der Ukraine und Russland in jiddischer, polnischer und russischer Sprache Theater spielte, 1937 in die Schweiz ausreisen konnte und rechtzeitig vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ein Einreisevisum für die USA erhielt, wo ihm eine zweite Karriere als Filmdarsteller gelang, u. a.
als Partner von Greta Garbo in Lubitschs «Ninotschka» und als Naziinspektor Gruber in Brecht/Langs «Hangmen also die». Granach starb, erst 55 Jahre alt, 1945 nach einer Blinddarmoperation. Sein Vermächtnis ist der autobiografische Roman «Da geht ein Mensch». Gestützt auf dieses mehrfach neu aufgelegte Buch Granachs begab sich auch der publizistisch umtriebige Facharzt für Arbeits- und Umweltmedizin Hans-Joachim Seidel auf die Suche nach Spuren des «fast vergessenen Granach» und veröffentlichte kürzlich im (Selbst-)Verlag am Park die Biografie «Alexander Granach, der Schauspieler aus Galizien».
So vergessen wie Seidel fürchtet, ist Alexander Granach nicht. Denn im Augsburger Ölbaum Verlag ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 41
von Klaus Völker
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