In der Parallelwelt des Familien-Horrors

Die neueste Produktion von Vegard Vinge und Ida Müller, «Panini-BoysRoom», sowie eine seltene Begegnung mit dem Künstlerduo, das auch Bühnenbildner des Jahres ist

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Ihrer Zeit voraus waren die Radikal-Theater-Avantgardisten Vegard Vinge und Ida Müller ja schon immer. Aber dass sie selbst kon­krete erdrutschartige (National-)Katastrophen antizipieren, darf durchaus als kleines Novum gelten: Wer Ende Mai beim internationalen Musik- und Theaterfestival im norwegischen Bergen die jüngste Vinge-Müller-Produktion «Panini-BoysRoom» besuchte, konnte schon mal in formvollendeter Trostlosigkeit den deutschen Fußball-WM-Kater vorfühlen, der dann vier Wochen später von Aachen bis Zwickau manifest werden sollte.

Wobei die realen Loser Mats Hummels, Sami Khedira, Mesut Özil & Co. trotz ihrer Staatstrauer-Mienen genau genommen noch euphorisch wirkten gegen das Spieler-Quartett, das das norwegisch-deutsche Theaterduo im hohen Norden aufmarschie­ren ließ.

Dort steht – gleichsam einbetoniert und wirklich von gar keines Gedankens Blässe angekränkelt – eine repräsentative Abordnung jener historisch verbrieften bundesdeutschen Nationalmannschaft an der Rampe, die 1982 das Fußball-WM-Finale gegen Italien verlor. Kongenial maskiert, lauschen namentlich ein Paul-Breitner-, ein Pierre-Littbarski-, ein Karl-Heinz-Rummenigge- und ein mutmaßlicher ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Bühne des Jahres, Seite 129
von Christine Wahl

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Deutschsprachige Erstaufführungen 2018/19

B
Mike Bartlett

Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)

C
Olivier Choinière

Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)

D
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