In Armut scheitern
Während die Britin Caryl Churchill den «Europäischen Dramatiker:innen Preis» 2022 des Schauspiels Stuttgart, dotiert mit 75.000 Euro, am Ende doch nicht erhielt (vgl. TH 12/22), wurde der mit 25.000 Euro dotierte «Europäischen Nachwuchsdramatiker:innen-Preis» tatsächlich an die Ukrainerin Lena Lagushonkova, Autorin von bisher acht Theaterstücken, verliehen.
Der alleinige Preisjuror Marius Ivaškevicius begründete seine Wahl damit, dass Lagushonkova «über das Leben einer jungen Frau vor dem Hintergrund der Revolution und des Krieges» schreibe: «Die kurzen Dialoge und Monologe sind durchzogen von einer sparsamen, direkten Sprache und scharfsinnigem Humor.»
Nach der Preisverleihung gab’s dann im Stuttgarter Kammertheater die Premiere ihres Stücks «Gorkis Mutter» zu sehen – in ukrainischer Sprache, gespielt von vier ukrainischen Schauspielerinnen und inszeniert vom ukrainischen Regisseur Maxim Golenko, der in Lagushonkovas Stück «eine Art Recherche» erkennt, «warum der Krieg in unsere Region kam». Alle Mitwirkenden leben derzeit im Exil. Diese Aufführung ist schon deshalb lobenswert, weil sie nicht nur eine der vielen Stücke-Lesungen von ukrainischen Autor:innen ist, wie sie in ...
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Theater heute 1 2023
Rubrik: International, Seite 38
von Verena Großkreutz
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