Immer schön vorwärts leben
Das Leben als Ganzes – ein Thema für das Kabarett. Wer fühlt sich heute schon frei, heil und ganz? Stückwerke sind wir, Fragmente, bestenfalls noch offene Systeme. Martin Heckmanns wagt es, ein ganzes Leben zu zeigen – als Komödie, als dramatisierten Comic-Strip mit einem ewig scheiternden Helden, dem die Identitätskonstruktion so gut gelingt wie den meisten von uns – teilweise.
Im Schnelldurchlauf erleben wir Brunos wichtigste Stationen: Zeugung, Kindheit, Pubertät, Ausbildung, Beruf (Erfolg und Scheitern), Liebe und Familie (Erfolg und Scheitern), Krankheit, Tod – alles was dazugehört. Am Ende die Enttäuschung: Es war kein Ganzes. «Ich hätte vielleicht …» ist Brunos letzter unvollständiger Satz.
Wie versucht man, «Ich und Ich» (das Spielzeit-Motto des Düsseldorfer Schauspielhauses) zusammenzuhalten? Wie stellt man Einheit her aus der Verschiedenheit der Lebensmomente? Durch Erzählung. Der Mensch erzählt sich selbst. Vertrackt dabei ist nur, um unser ureigenstes, unverwechselbares Selbst uns und anderen erzählen zu können, müssen wir uns gesellschaftlich vorgefertigter Erzählmuster bedienen. Das sind für Bruno seine Stimmen. Sie mischen sich immer ein, erzählen ihm, was er ...
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Ein Mann kommt auf die Bühne, setzt sich hinter das bereitgestellte Piano, greift zur E-Gitarre und zupft ein paar perlende Moll-Akkorde. Ein anderer schleppt einen Eimer Farbe herbei, zückt die Malerrolle und streicht schüchterne Linien in Schwimmbadblau auf die Leinwand. Weitere Leute, hübsch exzentrisch gekleidet, verteilen sich im Raum und fangen zu tanzen an:...
Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
Am 20. Mai 2003 unterschrieb ich einen Vertrag, der eine detaillierte Regelung des Theater-Etats von 2004 bis 2007 enthielt. Am 10. Dezember 2003 teilte mir der neue Kultursenator Hartmut Perschau telefonisch mit, dass dieser Vertrag nicht mehr gilt – ein halbes Jahr nach Unterschrift, ein halbes Jahr vor Wirksamwerden. Die Vertragsformel Unter Haushaltsvorbehalt...
