Immer schön vorwärts leben
Das Leben als Ganzes – ein Thema für das Kabarett. Wer fühlt sich heute schon frei, heil und ganz? Stückwerke sind wir, Fragmente, bestenfalls noch offene Systeme. Martin Heckmanns wagt es, ein ganzes Leben zu zeigen – als Komödie, als dramatisierten Comic-Strip mit einem ewig scheiternden Helden, dem die Identitätskonstruktion so gut gelingt wie den meisten von uns – teilweise.
Im Schnelldurchlauf erleben wir Brunos wichtigste Stationen: Zeugung, Kindheit, Pubertät, Ausbildung, Beruf (Erfolg und Scheitern), Liebe und Familie (Erfolg und Scheitern), Krankheit, Tod – alles was dazugehört. Am Ende die Enttäuschung: Es war kein Ganzes. «Ich hätte vielleicht …» ist Brunos letzter unvollständiger Satz.
Wie versucht man, «Ich und Ich» (das Spielzeit-Motto des Düsseldorfer Schauspielhauses) zusammenzuhalten? Wie stellt man Einheit her aus der Verschiedenheit der Lebensmomente? Durch Erzählung. Der Mensch erzählt sich selbst. Vertrackt dabei ist nur, um unser ureigenstes, unverwechselbares Selbst uns und anderen erzählen zu können, müssen wir uns gesellschaftlich vorgefertigter Erzählmuster bedienen. Das sind für Bruno seine Stimmen. Sie mischen sich immer ein, erzählen ihm, was er ...
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Unweit vom Herzen Altonas, wo Ende März mit einem Schlag die Draußensitzer in den Cafés das Straßenbild erobern, liegt die Studiobühne des Thalia Theaters. Hier, in der Gaußstraße, werden die kleineren Produktionen gezeigt, Inszenierungen, die mit wenigen Mitteln auskommen müssen, weil der Platz für großen Aufwand fehlt. Das karge Ambiente mit dem rohen...
Einmal eine grünlich vermoderte und wasserunterspülte Bretter-Bruchbude als nach allen Seiten vernagelte Familiengruft, einmal eine piccobello furnierte Wohn-Esszimmer-Kombination mit offener Terrasse in Cinemascope-Breitformat. Einmal zeitlos stilisierte Familienaufstellung, einmal psychologischer Realismus im 40er-Jahre-Ambiente. Einmal choreografiert...
