Nach oben durchs Cumberlandsche Treppenhaus: Sarah Franke (Eine Aktivistin), Maximilian Grünewald (Der verlorene Mann) und Hagen Oechel (Ein seltsamer Mann) in Alexander Eisenachs Beitrag zur zehnteiligen Hannover-Serie. Foto: Isabel Winarsch/Theater Hannover

Imitiation of Pop

Das Staatstheater Hannover probiert populäre Formate aus: Alexander Eisenach inszeniert die ersten beiden Folgen der Theaterserie «Eine Stadt will nach oben», Tom Kühnel vermusicalt Grillparzers «Medea»

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Es ist allemal verständlich, dass das Theater mit Neid nach dem Serien-Fernsehen linst. Die großen Mythen, die Familiensagen und Milieustudien sind erfolgreich an die Home Box Office abgewandert. Selbst die Shakespearesche Polit-Intrige Marke «Richard III.» feiert mit «House of Cards» telegen fröhliche Urständ. Nur zu gern möchte die Bühne Raum zurückgewinnen.

Am Schauspiel Essen hat sich in der letzten Spielzeit ein Autorenteam zusammengeschlossen, um mit «Das Prinzip Jago» einen Medienthriller im Geiste amerikanischer «Writers’ Room»-Serien zu schmieden. Woraus eine ziemlich kolportagehafte Reporter-Pistole wurde. Aber warum sollte Theater nicht auch auf dicke Hose machen?

Am Schauspiel Hannover verbinden sich in dieser Spielzeit mehrere junge, tendenziell wilde oder zumindest als äußerst spielfreudig bekannte Regisseure, um in einer zehnteiligen Theaterserie von ökonomischem Strebertum zu erzählen: «Eine Stadt will nach oben». Gordon Kämmerer, Martin Laberenz und Lucia Bihler übernehmen je zwei Teile. Den Auftakt mit Folge 1 und 2 macht Alexander Eisenach. Der Plot des Theaterreigens ist lose an Hans Falladas schon 1978 in epischer Breite verfilmten Roman «Ein Mann will nach ...

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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Christian Rakow

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