Balztänze im Schlamm: «NO43 - Dreck» der estnischen Regisseurin Ene-Liis Semper. Foto: Biennale Teatro Venedig 2017

Wut und Rosen

Die Biennale Teatro Venedig hat in der ersten Ausgabe unter der Leitung von Antonio Latella nur Regisseurinnen eingeladen und flugs das Sektbuffet eröffnet

Kein leichter Job, im Schatten des weltweit angesagtesten Art-Events ein Theaterfestival auszurichten! Denn obwohl die bildende Kunst zurzeit ja weiträumig ins Performative ausgreift, hat die Mehrheit der Hipster und Trendstreber, die alle zwei Jahre die Easyjet-Route zwischen Berlin und Venedig frequentieren, Stichproben-Erhebungen zufolge von der «Biennale Teatro» noch nie gehört. Wiewohl selbige dieses Jahr bereits ihre 45. Auflage feierte.

Glaubt man allerdings dem neuen künstlerischen Leiter dieses knapp dreiwöchigen Theater-Festivals Antonio Latella, der den Posten 2017 von seinem spanischen Regiekollegen Àlex Rigola übernommen hat, beginnt sich das gerade zaghaft zu ändern. Für den Zulauf von Kunstbiennale-Besuchern zum abendlichen Theaterprogramm auf dem Arsenale-Gelände sieht Latella – Schauspieler und Regisseur mit Wohnsitz in Berlin und entsprechend internationalem Arbeitsradius – zwei signifikante Gründe.

Zum einen verfügten viele der eingeladenen Künstlerinnen selbst über einen Bildenden-Kunst-Hintergrund, sagt der Theater-Biennale-Chef – und meint damit nicht nur die mit dem diesjährigen goldenen Lebenspreis-Löwen geehrte Bühnenbildnerin Katrin Brack, deren Gewerbe ...

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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Festivals, Seite 39
von Christine Wahl