Auf der Suche nach dem Doppelton
Moritz Rinke ist vor zwanzig Jahren mal in der postdramatischen Performanceschmiede Gießen ausgebildet worden und hat sich danach dem Gegenteil verschrieben: dem well-made Play, das er auch eine Zeitlang Studenten des Szenischen Schreibens am Literaturinstitut in Leipzig beigebracht hat.
Klassisches Theaterhandwerk – das gilt hierzulande nicht automatisch als Qualitätskriterium. Rinke schreibt Stücke mit Szenenanweisungen, Figuren, die einen Namen haben und aus Dialogen ihre Kontur gewinnen.
Die Dialoge bestehen aus vollständigen Sätzen und steuern zielgerichtet auf die Pointe zu, wenn nicht sogar auf den Sinnspruch: «Die Liebe ist irgendwann mit dem Kapitalismus zusammengestoßen und dabei kaputtgegangen.» Oder: «Wenn wir nicht reden, trennen wir uns nicht.»
Sätze aus Rinkes neuem Stück mit dem Titel «Wir lieben und wissen nichts», der elegischer klingt, als es das Stück ist. Es geht hier unter anderem um die mangelnde Kommunikation zeitgenössischer Paare, und dafür wird sehr viel, sehr schlau und sehr lustig geredet. Es ist sein erstes Stück nach sieben Jahren, die er dem Romanschreiben gewidmet hat, und er hat sein Handwerk nicht verlernt. Auf sehr entspannte Art schafft er es, ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Neue Stücke, Seite 22
von Barbara Burckhardt
Aachen, Theater
27. Kaurismäki, Lichter ziehen vorüber
R. Christina Rast
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
28. Dehler, Die Olsenbande dreht durch
R. Urs Alexander Schleiff
Augsburg, Theater
10. Herrndorf, Tschick
R. Fabian Alder
13. Voima, Ursprung der Welt
R. Ramin Anaraki
20. García Lorca, Bernarda Albas Haus
R. Anne Lenk
Baden-Baden, Theater
12. Dizaji, Pepe will’s...
Die Welt ist nicht untergegangen, neulich, als es eigentlich soweit hätte sein sollen. Etwas verspätet kann deshalb nun der bibelfeste Regisseur Ulrich Rasche in Stuttgart zeigen, wie die Apokalypse nach christlicher Lesart aussieht. Wo die Mayas nur ein Datum hinterlassen haben, aus dem ein schwäbischer Hollywoodregisseur immerhin mal ein ganzes Weltende in...
Der Regisseur, ein Wiedergänger von Woody Allens erfolglosem 80er-Jahre-Künstleragenten Danny Rose, ist stinksauer. Er hat herausgefunden, dass die nichtsnutzigen Schauspieler, mit denen er hier seit Wochen ein ernst zu nehmendes Bühnenwerk zu kreieren versucht, hinter seinem Rücken Filme drehen – mit seinem Assistenten, in seinem Bühnenbild. Eine gängige Praxis,...
