Im halb so wilden Osten «Zeppelini»
Die Landschaft ist ähnlich, die Menschen sind es nicht. Ieva kommt aus dem ländlichen Litauen nach Schleswig-Holstein als eine Art Erwachsenen-Au-pair in die Familie Leysing. Daheim hat der Bruder den Hof der Großmutter verspekuliert und möchte auf diesem Weg die Schwester in Sicherheit bringen. Der wilde Osten weht aus dieser Geschichte, natürlich auch als Klischee. Zum Glück ist das nicht alles.
Denn während sich das Rentnerpaar die Aufnahme der EU-Neubürgerin als anspruchsvollen Kontaktversuch selbst verordnet hat, versucht es Ieva erst mal kulinarisch mit den Zeppelini: Kartoffelpiroggen mit fettem Schweinefleisch, die litauische Spezialität. Für die Hausherrin etwas zu glitschig auf der Gabel, für den ehemaligen Lehrer Robert Leysing immerhin ein Anfang – und für den Enkel Sven der Beginn einer Liebe, die bei der Oma auf große Vorbehalte stößt. Ieva wird als gefährliche Verführerin gesehen, einerseits lackiertes Landei, andererseits gerissenes Weib, und wahrscheinlich wird sie ihre ganze Sippe nachholen. Auch wenn der nachsichtigere Robert der jungen Litauerin Fahrstunden auf dem Rasenmäher gibt – beide bleiben Gastgeber der eigenen Angst. Ieva indes sucht per E-mail nach ihrem ...
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