Im Generationenkrieg
Die Dystopie hat die Bühne erobert – als Wiederauflage der Klassiker des Genres, aber auch als aktuelle Fantasie vieler Autor*innen. Zukunftsszenarien werden durchgespielt, deren Verheißungen zumeist dunkel sind. Z.B. wenn es darum geht, wie lange der Vorrat an Luft, Licht, Wasser und Nahrung denn noch reichen wird. Und für wie viele? Reden wir also über «Ressourcenjustierung». Jörn Klare hat dazu einen Plot entworfen: In einem nicht näher definierten Raum treffen drei Generationen einer Familie aufeinander.
Sie sind sich lange nicht begegnet, denn auch das impliziert die schöne neue Welt eines nicht näher bestimmten fernen Jahrzehnts in diesem Jahrtausend – die Trennung in bestimmte Alterszonen, damit sich keiner ins Gehege kommt. Nun aber müssen sie es für unbestimmte Zeit miteinander aushalten. Die Einladung, die einer unbedingt einzuhaltenden Aufforderung gleichkommt, gilt der Prüfung ihrer «Ressourcenwürdigkeit», was im Klartext heißt: Einer muss weg, damit für die anderen genug übrigbleibt.
Jörn Klares Zukunftsentwurf ist dort angesiedelt, wohin uns Klima-, Wirtschafts- und Systemprognosen schon lange hindenken: in eine Welt, in der alles knapp geworden ist.
Darin müssen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 169
von Beate Seidel
TH «Am Königsweg» ist, wenn wir richtig rechnen, Ihre erste Inszenierung eines Stücks von Elfriede Jelinek?
Falk Richter Nicht ganz. Ich habe vor zehn Jahren am Wiener Akademietheater «Ernst ist das Leben» inszeniert, eine Überschreibung von «Bunbury». Aber das war natürlich kein typischer Jelinek-Text. Da gab es noch Figuren, Dialoge, entliehen von Oscar Wilde. ...
A
Nora Abdel-Maksoud
The Sequel (Maxim Gorki Theater Berlin)
FlediMan und die Jungs von der Zeche (Theater Oberhausen)
Sulayman Al Bassam
Ur (Residenztheater München)
Ibrahim Amir
Rojava (Volkstheater Wien)
Helwig Arenz
Caligula und das Mädchen auf der Treppe (Gostner Hoftheater Nürnberg)
Nicole Armbruster
Zur Hölle mit den anderen (Theater Aachen)
Thomas Arzt
Die...
Victory Condition» beginnt mit einem freundlichen «Hallo». Ein Mann spricht mich an, erzählt, was er weiß über mich, über mein Leben mit geliebten Menschen, über Glücksmomente und plötzlich einbrechenden Schrecken, über meine Ängste und mein Vertrauen. Der Mann kennt mich, denn er ist wie ich.
Nein, er spricht nicht mit mir. Der Mann ist ein Sniper und liegt...
