Im druckfreien Raum

Die Lange Nacht, das Herzstück der Autor:innen-Theatertage des Deutschen Theaters Berlin in neuem Format mit Beiträgen von Caren Jeß, Ewe Benbenek, Nele Stuhler und Patty Kim Hamilton

Theater heute - Logo

Schon gewusst, was Kainismus bedeutet? Und Abelismus? Nein, nicht Ableismus, Abelismus von Kain und Abel. Schlichter Brudermord nämlich, der Stärkere tötet den Schwächeren aus tierischem Über -lebensinstinkt. Das soll unter Adlerküken sogar die Regel sein, Darwinismus im Vogelhorst, behauptet jedenfalls Caren Jeß, die große Animaldramatikerin («Bookpink», «Die Katze Eleonore»), bekannt für gründlichste Recherche -arbeit.

Damit wären wir bereits tief in ihrem neuen Stück «Von der Mutter ein Gruß», vorgestellt mit dem schon einigermaßen fertigen ersten Teil bei den neuen Autor:innen-Theatertagen (ATT) des Deutschen Theaters Berlin.

Doch bevor sie in die Adlerdetails einsteigt, gibt Jeß, beim Vier-Stücke-Parcours als Erste an der Reihe, netterweise einen kleinen Einblick in das neue Format der ATT, das den alten Stückewettbewerb abgelöst hat, das Autor:innen-Atelier: «Es soll die Arbeit von Autor:innen in den Theaterbetrieb integrieren, Networking fördern und nicht zuletzt die Möglichkeit bieten, sich künstlerisch auszuprobieren, ohne dem Druck zu unterliegen, einem Publikum am Ende etwas Passables präsentieren zu müssen. Schön, dass Sie da sind!» Dann bekommt auch der zuständige ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2024
Rubrik: Festivals, Seite 18
von Franz Wille

Weitere Beiträge
Das andere Ende

Das Hamburger Thalia Theater hat eine solide Saison hinter sich. So verdiente wie altbekannte Regiekräfte wie Luk Perceval, Christopher Rüping und Johan Simons haben verlässliche, aber wenig spektakuläre Arbeiten gezeigt, die Auslastungszahlen sind okay, die Fähigkeit, gesellschaftliche Debatten mitzuprägen, ausbaufähig. Dass sich in der vorletzten Spielzeit von...

Herz und Ziegelstein

Vor bald 40 Jahren, im Mai 1986, hatte Gordana Kosanovic, nach der dieser Preis benannt ist, Premiere mit Wedekinds «Lulu». Es war ihre zweite Lulu in einer Inszenierung von Roberto Ciulli und ihre letzte Rolle. In der ersten Lulu fünf Jahre zuvor hatten sich drei Schauspielerinnen die Figur geteilt und ihre jeweiligen Perspek -tiven darauf gezeigt, eine davon...

Luft nach oben

TH Die Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der Kultur-, Medienund Musikbranche e.V., wie es mit vollem Namen heißt, gibt es seit dem Oktober 2018, und sie ist eine schöne – beziehungsweise eher unschöne – Erfolgsgeschichte. Die Zahl der auf Wunsch anonymen Beratungsgespräche in entweder psychologischer und/oder juristischer Hinsicht hat...