Ideologie: Neonkommunismus
Wissen Sie, was Staaten und Frauen gemeinsam haben? – Mit Frauen zu leben ist sehr schwer, ohne sie aber auch. Und mit den Staaten ist es genauso.» Als Slavoj Zizek die Schwierigkeiten einer überstaatlich gedachten kommunistischen Weltordnung auf ihren erkenntnistheoretischen Punkt brachte, wirkte das altherrliche Berufslachen der Genossen am Podiumsstammtisch ziemlich bemüht.
Drei lange Tage hing die «Idee des Kommunismus» im Großen Saal der Volksbühne, ohne greifbar zu werden.
Als bühnenbreiter Schriftzug in neonkommunistischem Pink behauptete sie zwar, den Bogen «zwischen philosophischer Kritik und wirklicher (sic!) Bilanz der sozialistischen Staaten» zu spannen. Doch da waren die vielfältig ausdifferenzierten linken Emanzipationssubjekte im Publikum
zu optimistisch, denn obwohl man «den Begriff des Kommunismus neu und in seiner ganzen Bedeutungsvielfalt» denken wollte, sollte die Befreiung vom herrschenden Kapitalismus wesentlich dem revolutionären Subjekt der Arbeiterbewegung vorbehalten bleiben: Dieses kann man zwar in Zeiten des «Totalitarismus des Kapitals» nicht mehr so ganz präzise bestimmen, das aber dafür universell. Da tragfähige Subjekte nicht anwesend waren, mussten ...
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Wenn man sich eines Tages fragen wird, wann genau um die Wende zum 21. Jahrhundert die systematische Suche nach einer Neubestimmung des Stadttheaters in Deutschland begonnen hat, wird man neben vielen anregenden Impulsen vor allem zwei sehr unterschiedliche Initiale nennen müssen: Das «Bunnyhill»-Projekt der Münchner Kammerspiele und die Auflage des Heimspiel-Fonds...
Man konnte wirklich leicht auf den Bluff reinfallen, so routiniert herzlich klang im Vorwort zu ihrem Stück «Der große Blöff/Entfernte Kusinen» der Danksagungston Felicia Zellers an ihre «Kusine Deborah Schnabel, die mir im Sommer 2006 die Aufzeichnungen zum Großen Blöff so freimütig überlassen hat»: auf «dreizehn beidseitig beschrifteten Zetteln» ein Dramenentwurf...
Am Ende spucken die Tauben Krümel auf den Boden, saugt der Springbrunnen Wasser ein, verlassen die Zuschauer rückwärts im Gänsemarsch das Theater, das ein Kino ist. Der niederländische Zuschauerverzauberer Dries Verhoeven schickt etwa zwanzig Zuschauer auf eine Reise in die zukünftige Vergangenheit. Man trifft sich neben einer Tiefgarageneinfahrt, geht schweigend...
