Das Prinzip für die ganze Gesellschaft
Wenn man sich eines Tages fragen wird, wann genau um die Wende zum 21. Jahrhundert die systematische Suche nach einer Neubestimmung des Stadttheaters in Deutschland begonnen hat, wird man neben vielen anregenden Impulsen vor allem zwei sehr unterschiedliche Initiale nennen müssen: Das «Bunnyhill»-Projekt der Münchner Kammerspiele und die Auflage des Heimspiel-Fonds der Bundeskulturstiftung.
In der Folge dieser Initiativen haben für eine zunehmende Zahl von Stadttheatern folgende Fragen an Bedeutung gewonnen: Wie entwickelt sich das Verhältnis von Stadt und Theater? Wie kann das Stadttheater auf die sich abzeichnenden sozialen, demografischen und politischen Veränderungen reagieren? Wie kann es sein Stammpublikum für die künstlerisch innovative Beschäftigung mit den Folgen dieser Veränderungen interessieren und zugleich neue Zuschauer/Teilnehmer gewinnen? Wie kann es seinen Auftrag als «das» Theater der Stadt in einer sich rasant verändernden Medien-Welt neu definieren? Welchen Anteil haben kulturelle Bildung, Identitätsstiftung, Kritik, Kontakt mit dem kulturellen Erbe und Selbstreflexion einer demokratischen Bürgergesellschaft an einem Stadttheater der Zukunft?
Als um die Wende ...
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Theater heute August / September 2010
Rubrik: Debatte, Seite 38
von Barbara Mundel, Josef Mackert
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Soeben wurde der Aztekenkönig Montezuma vom hinterhältigen spanischen Eroberertrupp gefangen genommen. Sein tadellos modellierter Oberkörper, dem kein Ertüchtigungsgerät unter dieser Fitness-Sonne fremd sein kann, hat ihm nichts genützt: Der King war schlicht zu gutgläubig für diese Welt. Gastfreundlich hatte er die Kolonisatoren empfangen – und wird am Ende von...
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