Hurrikan Romy
Plötzlich steht sie wieder vor der Tür: Die Frau, der man vor über 20 Jahren einen glücklichen Sommer lang ewige Liebe geschworen hat. Inzwischen ist Frank seit 19 Jahren gründlich verheiratet, was sich am deutlichsten dadurch zeigt, dass er ein ganzes Stück lang nicht eine Sekunde darüber nachdenkt, ob er damit eigentlich froh ist.
Andererseits kommt er gar nicht zum Nachdenken, denn Roland Schimmelpfennigs Frau von früher namens Romy Vogtländer beharrt auf dem vergangenen Glück – einmal verliebt, ewig kopflos – und benimmt sich damit schlimmer als jede gleichgültige Ehefrau. Außerdem vertritt sie die mythische Unbedingtheit einer Medea, die mit hochexplosivem Geschenke-Zauber rücksichtslos alles Menschliche aus dem Weg räumt, das einmal ihr Gesetz verletzt hat. Hurrikan Romy fegt vernichtungsvoll durch eine moderne Gewohnheitsehe, die von Schimmelpfennig fairerweise nicht einmal besonders verlogen ausgestaltet ist.
«Die Frau von früher» (abgedruckt in TH 10/04) war ein Erfolgsstück der vorletzten Spielzeit, und Jürgen Gosch hätte es auch schon vor zwei Jahren inszeniert, wenn sein Terminplan es zugelassen hätte. Zwischen Wien und Hannover, Stuttgart und Göttingen konnte man ...
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