Hoffnung im Angesicht des Untergangs
Heute leben wir im Zeitalter der globalen Übersteuerung, ‹Tand Tand ist das Gebilde von Menschenhand›, raften durch einen reißenden Strom aus Überfluss und Überforderung, sattelfest im porösen Anthropozän, unserem abgehalfterten High-Tech-Gaul, bisschen macht der noch, wir füttern Optimism Bias statt Hafer, (…) wie dem auch sei, Hauptsache das Schwein ist dabei, und ich arbeite an einem Bundesforschungszentrum. Sonne, Mond und Sterne, not my business. Ich kümmere mich um die Erde, kein Problem.
»
Hier spricht Aaron: Geologe, um die vierzig, queer, ehemals religiös (Sprössling einer Pastorenfamilie) und überfordert. «Kein Problem» liegt hier ebenso fern wie Sonne, Mond und Sterne. Überall tummeln sie sich nämlich in seinem Leben – Probleme – und meist entstehen sie im Zusammenhang mit Menschen. Da liegt es nah, sich zurückzuziehen und sich um die Erde zu kümmern. Ihr ist nahe zu kommen ohne missliche Kommunikation, sondern mit naturwissenschaftlichen Verfahren. Sie ist langmütig, scheint erklärbar, und im besten Fall ist sie, durch die Erkenntnisse, die er aus ihr gewinnt, zu retten. Denn eins ist klar: Wir, ihre menschlichen Bewohner, waren kein guter Umgang für sie, und Rettung ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 154
von Nora Khuon
Die Aufführung des folgenden Stücks dauert 74 Minuten.» Mit diesem Satz eröffnen die Schauspieler:innen das neue Stück von Raphaela Bardutzky, Hausautorin am Staatstheater Nürnberg ab der Spielzeit 25/26. Genau 74 Minuten dauert ein durchschnittlicher Notfalleinsatz im Rettungsdienst in Deutschland, Beethovens 9. Sinfonie, dirigiert von Wilhelm Furtwängler im Jahr...
Eine kurze Definition von Trauma könnte lauten: «eine Vergangenheit, die nicht vergeht». Sie vergeht nicht, weil sie in der Geschichte nicht überwunden und abgeschlossen wurde und damit nicht Teil der Vergangenheit geworden ist, sondern immer wieder zu einer neuen Gegenwart werden kann. Wenn es dazu kommt, zeigt das Trauma sein wahres Gesicht und wird zu einer...
Wie halten Sie sich unter diesen Umständen bei Laune?
Am schönsten wäre natürlich, ich könnte antworten: Ich gehe tanzen! Tanzen macht gute Laune, das versteht jeder. Die Bewegung, die Musik, die Nähe zu anderen Menschen – Tanzen ist das schönste, sinnlichste Programm gegen all die Plagen des Alltags und den tagtäglichen Nachrichten-Horror. Leider tanze ich nicht....
