Hoffnung im Angesicht des Untergangs
Heute leben wir im Zeitalter der globalen Übersteuerung, ‹Tand Tand ist das Gebilde von Menschenhand›, raften durch einen reißenden Strom aus Überfluss und Überforderung, sattelfest im porösen Anthropozän, unserem abgehalfterten High-Tech-Gaul, bisschen macht der noch, wir füttern Optimism Bias statt Hafer, (…) wie dem auch sei, Hauptsache das Schwein ist dabei, und ich arbeite an einem Bundesforschungszentrum. Sonne, Mond und Sterne, not my business. Ich kümmere mich um die Erde, kein Problem.
»
Hier spricht Aaron: Geologe, um die vierzig, queer, ehemals religiös (Sprössling einer Pastorenfamilie) und überfordert. «Kein Problem» liegt hier ebenso fern wie Sonne, Mond und Sterne. Überall tummeln sie sich nämlich in seinem Leben – Probleme – und meist entstehen sie im Zusammenhang mit Menschen. Da liegt es nah, sich zurückzuziehen und sich um die Erde zu kümmern. Ihr ist nahe zu kommen ohne missliche Kommunikation, sondern mit naturwissenschaftlichen Verfahren. Sie ist langmütig, scheint erklärbar, und im besten Fall ist sie, durch die Erkenntnisse, die er aus ihr gewinnt, zu retten. Denn eins ist klar: Wir, ihre menschlichen Bewohner, waren kein guter Umgang für sie, und Rettung ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 154
von Nora Khuon
Das ist ein guter Anfang. Hier finde ich vielleicht zurück.» Das sind die ersten Worte, die Cennet, die Figur im Mittelpunkt des Stücks, zu uns spricht. Cennet ist eine Frau in ihren späten Fünfzigern. Mutter. Es scheint zunächst, als habe sie sich verlaufen. Im Rahmen einer Arbeitsmaßnahme soll Cennet das Fitnessstudio «Dog Pound» putzen. Dabei wird sie von einer...
Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank...
ch halte meine Nase in den Wind. Ich atme ein. Ich schließe die Augen. Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht. Würdest Du neben mir stehen und mir direkt ins Gesicht schauen, würdest Du sehen: jedes einzelne kleine Härchen auf meiner Haut strahlt goldentransparent. Ich konzentriere mich auf das Rauschen des Windes. Ich glaube, es zu hören, wie es sich um...
