Höher, weiter, schneller
In der U-Bahn würde einem dieser Typ nicht auffallen. Nicht besonders groß, nicht besonders schlank, weder schön noch hässlich, in Jeans und T-Shirt. Wild schlägt und hackt dieser Durchschnittstyp in die Luft, bevor er sich einem Holzklotz zuwendet und ihn so zum Bersten bringt, dass die Splitter ins Publikum fliegen. Die Eingangsszene des ins Nichts dreschenden Menschen komprimiert das Thema der fulminanten «Peer-Gynt»-Inszenierung von Roger Vontobel am Grillo Theater Essen: Verloren, ohne greifbares Gegenüber, treiben den Protagonisten seine inneren Gespenster um.
Auf zweieinviertel Stunden eingedampft, entschlackt von szenischem Beiwerk und Märchenkolorit, wird das Mammutstück zu einer Parabel auf den modernen Menschen und seinen Selbstverwirklichungsdrang – und Florian Lange als Peer Gynt ist ein Ereignis. Er ist kein schwärmerischer, realitätsferner Luftikus, sondern einer, der Kraft hat, aber sie nicht gezielt einsetzen kann. Immer wieder verliert er das Maß und wird dabei selbst beschädigt.
Die Bühne von Claudia Rohner ist leer bis zur Brandmauer. Einzig ein paar Farbtöpfe, Bierkästen und ein multifunktionales Holzgestell stehen herum. Doch der abstrakte Schauplatz ...
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Es gab einmal Firmen, die mieteten sich für einen Abend ein ganzes Stadttheater, um ihren Mitarbeitern in gediegenem Ambiente mit kulturellen und kulinarischen Häppchen herzlich Dankeschön für Treue und Engagement zu sagen. Auf der Bühne sah man dann unterhaltsame Darbietungen und irgendwann den Chef, der wie ein leutseliger Kammerschauspieler in einem endlosen...
Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden?
Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...
Sie war sehr klein. Sie war sehr groß. Sie war die Größte. Erna Baumbauer managte nur die Besten. Eine kleine, zierliche Frau, die sich auch von Regisseur Stephen Spielberg nichts sagen ließ, geschweige denn von irgendeinem Hollywood-Produzenten. Um ihre Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfte sie wie eine Löwin. «Die Königin von Bayern», diesen liebevollen...
