Das Melodram
Wenn irgendwo Stummfilme, womöglich mit Live-Musik, gezeigt werden, ist zumeist für ein ausverkauftes Haus gesorgt. Dabei hat der Tonfilm diese Spezies schon längst abgelöst. In der cineastischen Vorstufe lässt sich indes über die besondere Ästhetik hinaus erkennen, aus welchen Konstellationen sich der Nachfolger entwickelt hat und wie eng seine Charakteristik mit jener Ahnenversion verbunden ist.
Dem Melodram, ein Nebenfach des Theaters und mehr oder weniger auch ein Vorläufer des großen Unterhaltungskinos, ist es ähnlich ergangen, nur wird es, anders als der Stummfilm, heute kaum noch aufgeführt. Dabei war dieser hochdramatische Sprechgesang im 19. Jahrhundert ungemein populär, wenngleich in Deutschland nicht so stark wie etwa in Frankreich, England oder den USA, wo Sarah Bernhardt oder Charles Kean damit glänzten. Nun versucht Corinna Kirchhoff, seit ihrem Debüt an der Berliner Schaubühne als Meisterin der leisen Töne und nuancierten Personenzeichnungen bekannt, eine Wiederbelebung dieser nahezu verschwundenen Gattung. Warum?
Wahrscheinlich ist es «die Grenzgängerei durch die Nähe zur Musik», erklärt sie, die ihr Interesse geweckt hat. Und die Lust, bewegte, deftige, kräftig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In der Regel formulieren wir unsere Erwartungen für die nähere und fernere Zukunft auf der Grundlage von Linearitätserwartungen: Ein Mehr an Investition wird nach gewisser Zeit auch zu einem Mehr an Erträgen führen, mehr Wissen ist die Grundlage größerer Bildung, und dementsprechend erwarten wir auch von einer Politik der Demokratisierung eine Ausdehnung und...
Der Orientierungssinn von Katharina Lorenz ist eine Katastrophe. Auf dem Weg von der Probebühne nach Hause nimmt die Schauspielerin immer wieder abenteuerliche Abzweigungen, und wenn sie in einem Restaurant auf die Toilette geht, kann es schon vorkommen, dass sie hinterher ihren Tisch nicht mehr findet. Die kleine Schwäche kann auch bei der Arbeit zum Problem...
Was im Berlinale-Special läuft, ein buntes Bukett von Historischem, Neuem, gern auch gala-mäßig im Friedrichstadt-Palast, sucht Berlinale-Chef Dieter Kosslick höchstpersönlich aus. Dieser Umstand verspricht eher kulinarisches Kino (eine ganze Reihe unter diesem Titel, mit Abendessen kombiniert, gibt es mittlerweile auch). Auch gelungene Hausmannskost findet hier...
