Höchste Kolonialzeit
«Zurück ins kulturelle Leben» hieß es bereits Anfang April im Saarland. Als alle anderen Bundesländer noch im Lockdown brüteten, erprobte das von Ministerpräsident Tobias Hans regierte kleinste aller Bundesländer in Anbetracht niedriger Inzidenzzahlen einen Corona-Sonderweg: Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen öffneten Außengastronomie und Fitnessstudios, Theater und Konzerte durften wieder live stattfinden.
Auch wenn bereits nach knapp drei Wochen aufgrund des Überschreitens der 100-Inzidenzmarke die Pforten wieder schließen mussten, beurteilen die Theaterschaffenden die Kurzzeitöffnung entschieden positiv.
«Unbedingt notwendig» sei die Öffnung gewesen, betont Horst Busch, Chefdramaturg am Saarländischen Staatstheater, denn das gesellschaftliche Wesen des Theaters bestehe nun mal im Erleben von Gemeinschaft, für das die Theaterstreams nur ein «magerer Ersatz» seien. Die Theaterbesucher*innen, für die das Staatstheater auf seinem Vorplatz sogar ein eigenes Testzentrum errichtet hatte, sahen es ebenso, entsprechend hoch war die Auslastung. Auch wenn einige große Produktionen nicht gespielt werden konnten, schoss das Staatstheater in der kurzen Zeit an verschiedenen Spielstätten ...
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Theater heute Juli 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Natalie Bloch
Ostdeutschland, Sorgenland. Vor jeder Landtagswahl geht das Bibbern los, dass die parlamentarischen Verhältnisse nicht zu weit nach rechts abrutschen. Mit jedem Wendejubiläum werden die Wunden hergezeigt: die Entvölkerung, die Rodung der einstigen Wirtschaft, das andauernde Gefühl, mit dem Mauerfall einen kolonialen Akt der Umwertung aller Werte und Strukturen...
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