Historische Schichten

Die Kölner Gruppe Futur.3 geht mit ihrem der ukrainisch- jüdischen Dichterin Selma Merbaum gewidmeten Stück «Ich will leben» auf Gastspielreise nach Lviv und Czernowitz

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Mit einer deutschen Theatergruppe in die Ukraine zu fahren, fühlt sich seltsam an. Normalerweise scheinen es eher europäische Theater zu sein, die nach ukrainischem Kriegs-Content dürsten. Jedenfalls bis zum 7. Oktober, seitdem der Krieg im Nahen Osten die Emotionen hochkochen und den Putin-Krieg scheinbar in den Hintergrund treten lässt. Ist es eine Form von Western Saviourism, sich als unbedrohtes deutsches Theater im Kriegsgebiet Ukraine bejubeln zu lassen? Allerdings handelt es sich bei der Aufführung «Ich will leben!» der Kölner Gruppe Futur.

3 um eine deutschukrainische Koproduktion: Ohne den Schauspieler Andrij Krawtschuck, der in Lviv lebt, früher Lemberg, in der Westukraine, wäre diese Stückentwicklung nicht denkbar gewesen.

Rund zwanzig Stunden hat die Zugfahrt gedauert – über Berlin, durch ganz Polen, am Grenzübergang Przemysl muss der Zug gewechselt werden. Mitten in der Nacht bildet sich am Grenzübergang eine lange Schlange von Fußgängern. Darin steht auch ein junger Syrer, der in Lviv lebt. Ahmed ist Ingenieur bei Care International und stellt die Wasserversorgung in ukrainischen Dörfern wieder her. «Geht ruhig vor», lacht er, als nach knapp zwei Stunden der ...

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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Ukraine, Seite 47
von Dorothea Marcus

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