Historische Schichten
Mit einer deutschen Theatergruppe in die Ukraine zu fahren, fühlt sich seltsam an. Normalerweise scheinen es eher europäische Theater zu sein, die nach ukrainischem Kriegs-Content dürsten. Jedenfalls bis zum 7. Oktober, seitdem der Krieg im Nahen Osten die Emotionen hochkochen und den Putin-Krieg scheinbar in den Hintergrund treten lässt. Ist es eine Form von Western Saviourism, sich als unbedrohtes deutsches Theater im Kriegsgebiet Ukraine bejubeln zu lassen? Allerdings handelt es sich bei der Aufführung «Ich will leben!» der Kölner Gruppe Futur.
3 um eine deutschukrainische Koproduktion: Ohne den Schauspieler Andrij Krawtschuck, der in Lviv lebt, früher Lemberg, in der Westukraine, wäre diese Stückentwicklung nicht denkbar gewesen.
Rund zwanzig Stunden hat die Zugfahrt gedauert – über Berlin, durch ganz Polen, am Grenzübergang Przemysl muss der Zug gewechselt werden. Mitten in der Nacht bildet sich am Grenzübergang eine lange Schlange von Fußgängern. Darin steht auch ein junger Syrer, der in Lviv lebt. Ahmed ist Ingenieur bei Care International und stellt die Wasserversorgung in ukrainischen Dörfern wieder her. «Geht ruhig vor», lacht er, als nach knapp zwei Stunden der ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Ukraine, Seite 47
von Dorothea Marcus
Ein Mann steht splitternackt auf der dunklen Bühne. Nackt und unschuldig, so, wie wir alle auf die Welt kommen. Merlin Sandmeyer spielt in Hamburg dieses unbeschriebene Blatt, das der Versicherungsprokurist Josef K. gewesen sein mag, bevor er eines morgens in Anwesenheit zweier fremder Männer erwacht, die ihm mitteilen, dass er verhaftet sei. Sandmeyer zieht ein...
20.1./SAMSTAG
21.55, 3sat: The Seven Sins: Gauthier Dance
Mitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart im November 2022 Neid, Habsucht, Völlerei, Zorn, Wollust, Trägheit, Hochmut: Sieben Vergehen sind es, die im Katechismus als die nicht zu vergebenden Sünden gelten. Eric Gauthier ließ sie auf sieben verschiedene Arten tanzen, porträtiert von sieben verschiedenen...
2001 lernte ich Maria Szilágyi in Budapest kennen, wo sie eine bunte Truppe internationaler Kurator:innen und Theaterkritiker:innen quer durch Budapest und mit dem Bus bis in die südungarische Kleinstadt Kaposvar lotste. Innerhalb von vier Tagen verschaffte uns die umtriebige Chefin des biennalen Kortars Drama Festival einen Überblick über die wichtigsten...
