Hiobsbotschaften
In Paris stehen die Olympischen Spiele vor der Tür, aber von einer Flamme der Begeisterung ist nichts zu merken. Die meisten Pariser:innen, mit denen ich gesprochen habe, wollen im August ohnehin nach Möglichkeit aus der Stadt fliehen. Mit dem Geld, das die Zimmervermietung einbringt, können sie sich nachher ein Jahr lang wieder über Wasser halten. Das Verkehrschaos in der Métro ist angesagt, ebenso bereits Streiks im öffentlichen Dienst. Die Bouquinisten müssen aus der Stadt raus, ebenso die obdachlosen SDF (sans domicile fixe). Das Bild, das sich zeigt, wird dadurch nicht schöner.
Was es trübt – mal abgesehen von der alles überschattenden, leider wieder sehr akuten Furcht vor Terroranschlägen –, sind Hiobsbotschaften in Folge. Kürzungen für Kulturinsti -tutionen, Schließungen von Kunsthochschulen, um jetzt mal im Kultursektor zu bleiben. Künstlerische Etats in Schauspiel- und Opernhäusern, die seit Jahren stagnieren und von der Inflation aufgefressen werden. Alle sagen das Gleiche: Strom und Gas sind teurer geworden, Unterkünfte kosten das Doppelte, Reisen ist aufwendiger, insbesondere, wenn es nachhaltig sein soll – irgendwo muss das Geld wieder eingespart werden. Die einzige ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Andreas Klaeui
RAINALD GOETZ «Baracke»
Zurück in die Nuller Jahre. Wie war das damals eigentlich, als der Aufbruchselan der ersten rot-grünen Regierung sich in neolibera -len Reformen totlief, als der wohlstandsdumpfe Pragmatismus der Merkel-Zeit begann, in dessen Schatten die AfD-Stimmung heranwachsen konnte, als der NSU unter der Wahrnehmungsschwelle von Polizei und...
On Tour
BASEL, KASERNE
7.–8., Yasmine Hugonnet / Cie Arts Mouvementés. Les Porte-Voix – Cabaret Ventriloque
15., 27., Patricija Bronic, Klapa (AT)
16.–17., Marc Brew und Sidi Larbi Cherkaoui, An Accident / A Life 29.–31., Tabea Martin, Love Scenes
BERLIN, BALLHAUS OST
18.–19., Rodrigo Zorzanelli, Multiple Memberships
24.–26., Tentacular Figurings, Meet your...
Der oberösterreichische Dichter Franz Stelz -hamer (1802–1874) war so populär, dass nach seinem Tod zahlreiche Straßen nach ihm benannt und zwei Denkmäler gesetzt wurden. Hermann Bahr hat sogar ein Stelzhamer-Drama («Der Franzl», 1900) verfasst. In einem von Stelzhamer selbst und selbstbewusst erstellten Poeten-Ranking belegte er hinter Homer, Shakespeare,...
