Hiobsbotschaften
In Paris stehen die Olympischen Spiele vor der Tür, aber von einer Flamme der Begeisterung ist nichts zu merken. Die meisten Pariser:innen, mit denen ich gesprochen habe, wollen im August ohnehin nach Möglichkeit aus der Stadt fliehen. Mit dem Geld, das die Zimmervermietung einbringt, können sie sich nachher ein Jahr lang wieder über Wasser halten. Das Verkehrschaos in der Métro ist angesagt, ebenso bereits Streiks im öffentlichen Dienst. Die Bouquinisten müssen aus der Stadt raus, ebenso die obdachlosen SDF (sans domicile fixe). Das Bild, das sich zeigt, wird dadurch nicht schöner.
Was es trübt – mal abgesehen von der alles überschattenden, leider wieder sehr akuten Furcht vor Terroranschlägen –, sind Hiobsbotschaften in Folge. Kürzungen für Kulturinsti -tutionen, Schließungen von Kunsthochschulen, um jetzt mal im Kultursektor zu bleiben. Künstlerische Etats in Schauspiel- und Opernhäusern, die seit Jahren stagnieren und von der Inflation aufgefressen werden. Alle sagen das Gleiche: Strom und Gas sind teurer geworden, Unterkünfte kosten das Doppelte, Reisen ist aufwendiger, insbesondere, wenn es nachhaltig sein soll – irgendwo muss das Geld wieder eingespart werden. Die einzige ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Andreas Klaeui
Rausch Drei» – zum dritten Mal in dieser Spielzeit will das Theater an der Ruhr sein Publikum berauschen. Als Alter -native zum Stadttheatersystem hat sich das Theater an der Ruhr in Mülheim/Ruhr seit seiner Gründung 1980 verstanden. Das Konzept der drei «Rausch»-Inseln im Spielplan ist der Versuch, diese Rolle weiterzuentwickeln.
Gastspiele im deutschsprachigen...
1.1
Eine schmale, staubige Straße,
weit entfernt
die Stadt.
Es ist noch früh am Tag,
vielleicht ist es
erst kurz nach Sonnenaufgang,
vielleicht ist es
aber auch schon Mittag,
oder es ist schon
spät am Nachmittag,
bald wird es dunkel,
auf der Straße ein Mann,
ein Mann
auf einem Wagen,
das ist eher ein Karren,
den zwei Ochsen ziehen,
das ist
der König von Theben,
...
Der Anfang März dieses Jahres in Cambridge im Alter von 89 Jahren verstorbene englische Dramatiker kam aus einer in der Londoner Vorstadt Holloway lebenden Arbeiterfamilie. Kriegserlebnisse, vor allem die Bombardierung Londons, die Evakuierung sowie die soziale Deklassierung prägten seine Kindheit und wurden später die Themen seiner Stücke. 15-jährig verließ er...
