Hiobsbotschaften

Der französischen Kultur drohen drastische Einsparungen

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In Paris stehen die Olympischen Spiele vor der Tür, aber von einer Flamme der Begeisterung ist nichts zu merken. Die meisten Pariser:innen, mit denen ich gesprochen habe, wollen im August ohnehin nach Möglichkeit aus der Stadt fliehen. Mit dem Geld, das die Zimmervermietung einbringt, können sie sich nachher ein Jahr lang wieder über Wasser halten. Das Verkehrschaos in der Métro ist angesagt, ebenso bereits Streiks im öffentlichen Dienst. Die Bouquinisten müssen aus der Stadt raus, ebenso die obdachlosen SDF (sans domicile fixe). Das Bild, das sich zeigt, wird dadurch nicht schöner.

Was es trübt – mal abgesehen von der alles überschattenden, leider wieder sehr akuten Furcht vor Terroranschlägen –, sind Hiobsbotschaften in Folge. Kürzungen für Kulturinsti -tutionen, Schließungen von Kunsthochschulen, um jetzt mal im Kultursektor zu bleiben. Künstlerische Etats in Schauspiel- und Opernhäusern, die seit Jahren stagnieren und von der Inflation aufgefressen werden. Alle sagen das Gleiche: Strom und Gas sind teurer geworden, Unterkünfte kosten das Doppelte, Reisen ist aufwendiger, insbesondere, wenn es nachhaltig sein soll – irgendwo muss das Geld wieder eingespart werden. Die einzige ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Andreas Klaeui

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