Heim und Weh
Inmitten des politischen Überbietungswettbewerbs um Grenzschließungen und Abschiebungen wird hierüber kaum noch gesprochen: die großen Herausforderungen für Migrant:innen in der Ankunftsgesellschaft. Daher kommt die Uraufführung von Thomas Deprycks Text «Unter euch. Je promène ma mélancolie parmi vous» am Theater und Orchester Heidelberg zur richtigen Stunde. Im Zentrum steht die (genauso wie ihre Darstellerin Sophie Frérard) belgischstämmige Manon, die mit Mann (Thorsten Hierse) und Kindern nach Deutschland gezogen ist, aber dort nicht so richtig Tritt fassen kann.
«Dieses Deutsch wehrt sich immer noch gegen mich, leistet Widerstand», beklagt sie, oder stellt fest: «Du denkst, du kommst von hier, fühlst dich aber dort wohl.»
Aus der Verstimmung resultieren depressive Episoden, nicht einmal die Konsultation eines Arztes und verschriebene Schlafmittel helfen dabei, das Gefühl der Entwurzelung zu überwinden. Fremd kommt sich indessen auch Fernand (Christian Crahay) vor, der im Pflegeheim wohnende Vater der Protagonistin, allerdings weniger aufgrund eines Staatenwechsels als vielmehr wegen seiner zunehmenden Demenz.
Weder ist diese Geschichte neu, noch birgt sie bemerkenswerte ...
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Theater heute April 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Björn Hayer
Mehr Steuern, weniger Ausgaben. Frankreich geht es nicht anders als anderen Ländern, es muss gespart werden. Mit Ach und Krach und viel zu spät hat Premier François Bayrou seinen Staatshaushalt durchgedrückt, der 50 Milliarden Euro einbringen soll, 20 Milliarden über zusätzliche Steuern, 30 Milliarden durch Kürzungen in den Ministerien. Für die Kultur bedeutet das...
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Im oberen Stock des Gebäudes der Malzfabrik in Berlin-Tempelhof ist es dunkel, nur an den Seiten der schwarzen Rollos blitzt goldenes Abendlicht herein. Ein heißer Sommertag hat dem Raum unterm Dach ordentlich eingeheizt. Vorhänge aus Vlies-Gewebe, Spiegelfolie und Laser-Gaze teilen ihn in Flure und Kammern. Videoprojektionen, etwa von stark vergrößerten...
