Hard facts im Milljöh
Ein schöner Film, ein immer wieder lustiger Film. Ein schneller, wendiger und oft verblüffender Film. Wobei die Geschichte einer arbeitslosen, alleinerziehenden Alkoholikerin und ihrer ebenso bedürftigen, aber weitaus bodenständigeren Freundin, die als ambulante Altenpflegerin jobbt, natürlich nur bedingt komödientauglich ist. Da ist zuviel Echtwelt drin. Aber von deren Miseren wird auf so kunstvoll pointierte Weise erzählt, dass die Straße gewissermaßen zu schweben beginnt. Und fröhlich anzusehen ist das Ganze ohnehin.
Zwei Frauen in einem heruntergekommenen Mietshaus im Berliner Osten, Prenzlauer Berg oder so. Die ohne Arbeit und mit Sohn wohnt ganz unten, eine Zugezogene aus dem westlichsten Westdeutschland (Freiburg), mit abgestürzt künstlerischem Hintergrund (hobbymalende Schaufensterdekorateurin) und kürzlich zerbrochener Ehe. Die mit dem Altenpflegejob war ein Heimkind in der Hauptstadt der DDR und hat sich vorgenommen, es zu schaffen im Leben und mit den Männern. Sie haust in einer piccobello Jungkleinbürgerbude ganz oben und kann abends von ihrem Balkon aus die Sterne sehen – oder, wenn sie aufsteht und nach unten blickt, den Apotheker von schräg gegenüber, der oft ...
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Wenn ein 12-jähriges Mädchen ohne Gegenwehr zulässt, dass ein erwachsener Mann Sex mit ihr hat. Wenn dieses Mädchen dem Mann sogar nachgestellt und ihn bedrängt hat. Wenn sie schließlich von zuhause fortläuft, um mit ihm zu fliehen. Ist das dann sexueller Missbrauch oder so etwas wie Liebe?
Ray war vierzig, als er bei einem Grillfest im Nachbargarten Una...
Seit September hat das Wiener Volkstheater einen neuen Direktor. Diesen Satz konnte man zuletzt vor siebzehn Jahren schreiben, als mit Emmy Werner erstmals einer Frau die Leitung einer großen Wiener Bühne übertragen worden war. Zum Nachfolger der Langzeitintendantin wurde der Wiener Regisseur und Schauspieler Michael Schottenberg berufen. Keine besonders...
Da stehen sie in einer Reihe. Bevor in Hannover das große Schlachten anhebt, befinden sich Richard Gloster, seine künftigen Opfer und deren Angehörige auf Augenhöhe. Ein jeder spricht ein paar alarmierte Thesen von Baudrillard oder Giorgio Agamben und trägt so sein Scherflein zur Gegenwartsdiagnose bei, derzufolge wir sexuell, politisch und ästhetisch komplett auf...
