Hard facts im Milljöh

Bedürftigkeit und Lebenslust in Zeiten gebrochener Biografien: Andreas Dresens gelungener Autorenfilm «Sommer vorm Balkon»

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Ein schöner Film, ein immer wieder lustiger Film. Ein schneller, wendiger und oft verblüffender Film. Wobei die Geschichte einer arbeitslosen, alleinerziehenden Alkoholikerin und ihrer ebenso bedürftigen, aber weitaus bodenständigeren Freundin, die als ambulante Altenpflegerin jobbt, natürlich nur bedingt komödientauglich ist. Da ist zuviel Echtwelt drin. Aber von deren Miseren wird auf so kunstvoll pointierte Weise erzählt, dass die Straße gewissermaßen zu schweben beginnt. Und fröhlich anzusehen ist das Ganze ohnehin.



Zwei Frauen in einem heruntergekommenen Mietshaus im Berliner Osten, Prenzlauer Berg oder so. Die ohne Arbeit und mit Sohn wohnt ganz unten, eine Zugezogene aus dem westlichsten Westdeutschland (Freiburg), mit abgestürzt künstlerischem Hintergrund (hobbymalende Schaufensterdekorateurin) und kürzlich zerbrochener Ehe. Die mit dem Altenpflegejob war ein Heimkind in der Hauptstadt der DDR und hat sich vorgenommen, es zu schaffen im Leben und mit den Männern. Sie haust in einer piccobello Jungkleinbürgerbude ganz oben und kann abends von ihrem Balkon aus die Sterne sehen – oder, wenn sie aufsteht und nach unten blickt, den Apotheker von schräg gegenüber, der oft ...

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Theater heute Januar 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 64
von Petra Kohse

Vergriffen
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