Für Nachschub ist gesorgt
Ein Schubladendasein brauchen junge Autoren, die heute für die Bühne schreiben, längst nicht mehr zu fürchten. Nach Zeiten stiefmütterlicher Vernachlässigung kann man inzwischen fast schon von einem besonders innigen Verhältnis zwischen dem schreibenden Nachwuchs und den texthungrigen Theaterinstitutionen sprechen. Nicht zuletzt hofft man, mit den Stücken der jungen Generation auch die Interessen und Erwartungen angehender Theatergänger auszukundschaften, denn die sind schließlich das Zukunftskapital der Branche.
Bereits zum dritten Mal haben die Münchner Kammerspiele heuer ihr «Wochenende der jungen Dramatiker» ausgerichtet – wieder mit einem halben Dutzend taufrischer Werke aus der Feder angehender Theaterautoren in kurz probierten Werkstattinszenierungen und wieder mit erfreulicher Resonanz beim vorwiegend jüngeren Publikum. Dass es dabei durchaus auch zu Rückkoppelungseffekten mit dem Desiderat der Dramaturgen nach mehr politischer Relevanz und weniger selbstgenügsamer Nabelschau im Eingemachten privater Befindlichkeiten kommen kann, zeigt sich an der diesjährigen Ausbeute: kein Stück, in dem nicht Terrorismus, Krieg, Arbeitslosigkeit, die europäische Osterweiterung oder ...
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