Für Nachschub ist gesorgt
Ein Schubladendasein brauchen junge Autoren, die heute für die Bühne schreiben, längst nicht mehr zu fürchten. Nach Zeiten stiefmütterlicher Vernachlässigung kann man inzwischen fast schon von einem besonders innigen Verhältnis zwischen dem schreibenden Nachwuchs und den texthungrigen Theaterinstitutionen sprechen. Nicht zuletzt hofft man, mit den Stücken der jungen Generation auch die Interessen und Erwartungen angehender Theatergänger auszukundschaften, denn die sind schließlich das Zukunftskapital der Branche.
Bereits zum dritten Mal haben die Münchner Kammerspiele heuer ihr «Wochenende der jungen Dramatiker» ausgerichtet – wieder mit einem halben Dutzend taufrischer Werke aus der Feder angehender Theaterautoren in kurz probierten Werkstattinszenierungen und wieder mit erfreulicher Resonanz beim vorwiegend jüngeren Publikum. Dass es dabei durchaus auch zu Rückkoppelungseffekten mit dem Desiderat der Dramaturgen nach mehr politischer Relevanz und weniger selbstgenügsamer Nabelschau im Eingemachten privater Befindlichkeiten kommen kann, zeigt sich an der diesjährigen Ausbeute: kein Stück, in dem nicht Terrorismus, Krieg, Arbeitslosigkeit, die europäische Osterweiterung oder ...
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Apfelsinen und Tulpen. Die Grundausstattung ist denkbar einfach. Pünktlich zum Jahrestag der «Orangenen Revolution» hat Armin Petras in Frankfurt Goethes «Egmont» inszeniert. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nun, die Farbe macht’s. Denn die erlaubt es, eine Analogie von den spanisch besetzten Niederlanden des 16. Jahrhunderts zur Kiewer Protestbewegung im...
Das Thema im sich erinnernden Kopfe hin und her wendend, ist mir schließlich eingefallen, dass ich mit einem meiner Irrtümer anfangen sollte. 1973 inszenierte Klaus Michael Grüber am (mitbestimmten) Schauspiel Frankfurt Brechts Frühwerk «Im Dickicht der Städte». Auf der großen Bühne hatte Eduardo Arroyo hunderte von Schuhen, ausgelatschten, aufschütten lassen. Am...
Frau Lorenz macht wieder Theater – Frau Lorenz, Seitenflügel vierter Stock im Gebäudekomplex Sophienstraße 18, Berlin Mitte – in der Stadt allerdings besser als «Sophiensæle» bekannt. Denn Frau Lorenz, Altmieterin noch aus DDR-Zeiten, erlebt die Kunst, die hier nun seit gut zehn Jahren Berlins Ruf als europäisches Zentrum des freien Theaters festigt, im...
