Gute Miene zum Einstand
Nürnberg scheint ein prima Sprungbrett zu sein für Künstler, die hoch hinaus wollen. In der jüngsten Vergangenheit verließen gleich drei Kreative das Staatstheater, die hier irgendwie darauf warteten, an vergleichbar größeren, renommierteren Häusern zu beginnen.
Zunächst ging Generalmusik -direktorin Joana Mallwitz und kam nach Berlin als künstlerische Leiterin und Dirigentin des Konzerthausorchesters; dann nahm überraschend Jan Philipp Gloger, Chef des Schauspiels, seinen Hut und eilte nach Wien, wo er jetzt mit geschickter Hand das Volkstheater leitet; schließlich verabschiedete sich auch Goyo Montero als gefeierter Chefchoreograf, um am Staatstheater Hannover mit seiner Compagnie neu anzufangen. Das alles kam in Nürnberg einem Aderlass gleich, und der Verdacht liegt nahe, dass man an der Pegnitz nur mal ein paar Jahre parkt, um dann nach Höherem zu streben.
Alle Posten wurden ohne großes Aufsehen rasch nachbesetzt. Ein echter Neuanfang also am Drei-Spartenhaus in einer Stadt, die sich mit Neuem eher schwer tut, lieber das Altbewährte konsumiert, dem verstörenden Experiment skeptisch begegnet. Das muss Lene Grösch auch gewusst haben, als sie sich für die vakante Stelle auf der ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Starts, Seite 42
von Bernd Noack
Als «Zauberformel» bezeichnen die Schweizer:innen das eingespielte Proporzverhältnis im Bundesrat, der Regierung, mit abgezählten Sitzen für die wichtigsten Parteien. Sie garantiert die typische helvetische Verlangsamung der Prozesse und eine gewisse Stabilität der Verhältnisse. Dass es um Letztere gleichwohl nicht zum Besten steht, weiß allerdings jedes Kind....
Eines der Elemente, mit denen Sonja Anders, seit Saisonbeginn Intendantin am Hamburger Thalia Theater, gesellschaftliche Relevanz herstellen möchte, ist die subversive Kraft der Sexualität: die Idee, dass in Körper und Sex eine potenziell zerstörerische Gewalt steckt, die im Zweifel Ideologien zu überstrahlen in der Lage ist. Ausbaufähig zeigte sich dieser Ansatz...
Als fünfte Jahreszeit bezeichnet man einen wiederkehrenden Zeitraum, der den Lebensrhythmus von Menschen ebenso stark beeinflusst wie die vier übrigen. Anders als im protestantisch geprägten Berlin ist das in katholischen Einzugsgebieten wie dem Rheinland oder der Pfalz traditionell die Karnevalszeit. Irgendwann kamen Katholik:innen auf die Idee, moralische...
