Gute Miene zum Einstand
Nürnberg scheint ein prima Sprungbrett zu sein für Künstler, die hoch hinaus wollen. In der jüngsten Vergangenheit verließen gleich drei Kreative das Staatstheater, die hier irgendwie darauf warteten, an vergleichbar größeren, renommierteren Häusern zu beginnen.
Zunächst ging Generalmusik -direktorin Joana Mallwitz und kam nach Berlin als künstlerische Leiterin und Dirigentin des Konzerthausorchesters; dann nahm überraschend Jan Philipp Gloger, Chef des Schauspiels, seinen Hut und eilte nach Wien, wo er jetzt mit geschickter Hand das Volkstheater leitet; schließlich verabschiedete sich auch Goyo Montero als gefeierter Chefchoreograf, um am Staatstheater Hannover mit seiner Compagnie neu anzufangen. Das alles kam in Nürnberg einem Aderlass gleich, und der Verdacht liegt nahe, dass man an der Pegnitz nur mal ein paar Jahre parkt, um dann nach Höherem zu streben.
Alle Posten wurden ohne großes Aufsehen rasch nachbesetzt. Ein echter Neuanfang also am Drei-Spartenhaus in einer Stadt, die sich mit Neuem eher schwer tut, lieber das Altbewährte konsumiert, dem verstörenden Experiment skeptisch begegnet. Das muss Lene Grösch auch gewusst haben, als sie sich für die vakante Stelle auf der ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Starts, Seite 42
von Bernd Noack
Sie haben einen schlechten Ruf, gelten als schäbig lachende Aasfresser. Doch Hyänen sind, das zeigen jüngste Forschungen, die wohl missverstandensten Säugetiere überhaupt. Bei ihnen herrscht ein striktes Ma -triarchat, und Hyänenmütter gehen mit ihrem Nachwuchs unfassbar liebevoll um. All das recherchiert man, etwas ratlos geblieben, nach der deutschsprachigen...
Es ist ein denkwürdiger Auftritt, den der südafrikanische Performance-Künstler Steven Cohen bei der 35. euro-scene in Leipzig hinlegt. Vor zwei Jahren war er schon einmal zu Gast in Leipzig, sein Auftritt im Schauspielhaus (mit «Put your heart under your feet ... and walk!») sorgte damals für Ohnmachtsanfälle, und seine kleinen Werke «Sphincterography» und «Deface»...
Vergangene Saison, nach der Premiere von Milan Peschels fein gewobenem «Ich werde dich lieben», wurde bekannt, dass große Teile des Schweriner Ensembles ebenso wie Schauspieldirektorin Nina Steinhilber nicht verlängert würden. Es ging das (auch von Peschels Inszenierung befeuerte) Gerücht um, man wolle am Haus kommerzieller werden, stärker in Richtung Musical...
