Greatest Hits

Mit David Bowies «Lazarus» kapituliert Falk Richter am Deutschen Schauspielhaus Hamburg kampflos vor den Zwängen der Musical­konvention

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Das Jukebox-Musical hat als Genre nicht den besten Ruf. Im Grunde handelt es sich hier um Hitsammlungen längst verrenteter Popstars, um die eine mehr oder weniger passende Handlung gestrickt wird, und nur in Ausnahmefällen geht die dann als hemmungsloser Blödsinn und so halbwegs funktionierendes Entertainment durch. Meist aber sind Jukebox-Musicals Bauernfängerei, schlichte Gelddruckmaschinen ohne jeglichen künstlerischen Anspruch.

Mehr oder weniger gelungene Beispiele sind Abbas «Mamma Mia» oder Udo Jürgens’ «Ich war noch niemals in New York», was schon andeutet, wie wenig solche Produktionen mit dem aktuellen Popgeschehen zu tun haben.

Formal ist auch David Bowies «Lazarus» so ein Fall: 13 alte Hits von «Life on Mars?» (1971) über «Heroes» (1977) bis «Absolute Beginners» (1986), plus vier neue Songs. Zusammengehalten wird das Ganze durch Dialoge aus der Feder des irischen Dramatikers Enda Walsh, die auf der Schlussphase des Science-Fiction-Films «The Man who fell to Earth» basieren, in dem Bowie 1976 selbst die Hauptrolle spielte: den Außerirdischen Newton, der auf der Suche nach Rettung für seinen von einer ökologischen Katastrophe zerstörten Heimatplaneten auf der Erde landet, ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Falk Schreiber

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