Gespenster der Unterdrückung
Im späten Sommer dieses Jahres prangte auf den Straßen von Berlin etwas Verstörendes: «Asynchrones / verknotetes / unübersichtliches Deutsches Theater» las man auf den Plakaten, die den Start ebendieses Deutschen Theaters unter Neu-Intendantin Iris Laufenberg ankündigten. Eine ungewöhnlich sperrige Form der Einladung.
Wer sich nicht abschrecken ließ, fand beim weiteren Stöbern heraus, dass dieser und ähnliche Slogans einer eigenwilligen partizipativen Kampagne entstammten: Mit einem «DT-O-Mat» hatte eine Agentur die Besucher der Theater-Website aufgefordert, wahlfrei drei Begriffe, die man mit dem Haus verbinde, in ein Formular einzugeben. Und einige dieser Kombinationen wurden offenbar ohne Rücksicht auf Verluste plakatiert.
Auf diese etwas unübersichtliche Werbung folgte wenig später ein reichlich verknoteter Saisonauftakt auf der großen Bühne des Hauses, in knapp vier Stunden Spieldauer: «Weltall Erde Mensch» ist eine freie Stückentwicklung von Alexander Eisenach und Ensemble. Dass auch hier drei asyndetisch aufgereihte Begriffe verfangen sollen, dürfte Zufall sein. Der Titel ist von dem gleichnamigen Sachbuchklassiker inspiriert, den DDR-Schüler:innen bis in die 1970er Jahre ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Christian Rakow
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