Euripides' «Bakchen» als Körpertheater: «Bacantes - Prelude to a purge» von Marlene Monteiro Freitas. Foto: Filipe Ferreira

Geschreddertes Schamgefühl

Das Internationale Sommerfestival Hamburg überschreitet die Comfort Zone nur gelegentlich

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Muss man im Jahr 2017 eigentlich noch eine Diskussion über Nacktheit im Theater führen? Ja, muss man wohl tatsächlich, angesichts der Nackten, die das Hamburger Kampnagel-Gelände bevölkern und einen zwischen den einzelnen Stücken zwingen, sich zu ihrer Blöße zu verhalten. Lebende Statuen, eine an eine Säule gelehnt, eine auf dem Boden drapiert, zwei reiten einander, unbeweglich, mit leerem, traurigem Gesichtsausdruck. Schöne, junge, glatte Körper, die Fragen nach Repräsentation und Objektifizierung stellen. 2017.

Der spanische Künstler Juan Dominguez sabotiert mit performativen Interventionen den reibungslosen Ablauf des Internationalen Sommerfestivals. Dominguez ist zwar seit langem aktiv und hat unter dem Titel In-Presentable auch mehrere Jahre ein eigenes Festival in Madrid kuratiert, pflegt aber dennoch den Nimbus eines Außenseiters im internationalen Performancezirkus. An seinem eigenwilligen armen Theater scheint Sommerfestival-Kurator András Siebold einen Narren gefressen zu haben: Schon mehrfach hat er Dominguez eingeladen, dieses Jahr bespielt er nicht nur das Festivalgelände gemeinsam mit Arantxa Martinez unter dem provokanten Titel «Antifestival», er zeigt auch eine ...

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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Falk Schreiber

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