Genesis ins Elend
Die Hartz-IV-Gesetzgebung erweist sich wieder einmal als Vehikel für den Verlust menschlicher Werte. So jedenfalls erzählt Henriette Dushe ihre Parallel-Geschichte zur Genesis: Einem paradiesischen Urzustand
folgt der Absturz in ein jämmerliches Dahinvegetieren.
Eine heitere Ursprungslandschaft zu Beginn, überquellend von Pflanzenwuchs und allerlei Getier.
Hier erhebt sich ein nicht näher bestimmtes Wesen aus Staub, «das läuft und läuft», einer Kette von Demütigungen ausgesetzt, bis es sich wieder findet im «ohrenbetäubenden Lärm des Großraumabfertigungsbereichs eines Jobcenters». Es fehlt nicht an aufbrausendem musikalischen Sound, von Haydn bis Jimmy Hendrix, es fehlt nicht an einem Sachbearbeiter, «Kugelschreiber» genannt, der seinem Namen getreu wenig Beistand zu leisten vermag, wenn sich die Widrigkeiten häufen: Dem Karriereknick folgt die Leistungsminderung, sinnlose Kurse trainieren das Ausfüllen von Formularen. Selbst an jenem beschämenden Pfandbon in Höhe von einem Euro dreißig mangelt es nicht. Alles wie im richtigen Leben. Henriette Dushe hat fleißig gesammelt; die Farce freilich, zu der sich ihre Wahrnehmungen verdichten sollten, gerät über eine Skizze nicht hinaus. ...
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Avignon
50. Festival d’Avignon
vom 7. bis 27. Juli
Bureau de Festival, B.P. 492
F-84072 Avignon Cedex 04
Tel.: 00 33/490/14 14 26
www.festival-avignon.com
Christoph Marthaler/Anna Viebrock Papperlapapp (7.-9., 11.-13., 15.-17.)
Falk Richter/Stanislas Nordey My Secret Garden (9.-11., 13.-17.)
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