Gegen den Milchstrom

Esther Holland-Merten über Ferdinand Schmalz «am beispiel der butter»

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Dass Giorgio Agamben oder Walter Benjamin sich je über eine Kritik der Gewalt oder das Wesen des Politischen in ihrem speziellen Verhältnis zur Butter ausgelassen hätten, diesem Gedanken würde man nicht eine Sekunde Lebenszeit schenken. Doch der Autor Ferdinand Schmalz behauptet genau das. Ganz ohne Berührungsangst stellt er seinem Text zwei Zitate dieser Denker voran und unterstellt ihnen, das Wort Butter in ihren Schriften verwendet zu haben.

Kurz stolpert man darüber, nimmt es zunächst für bare Münze, entscheidet sich dann für einen Gag und folgt dem Autor schließlich schon leicht schmunzelnd in ein Bergdorf, dessen Haupt­industrie die ortsansässige Molkereifirma ist.

Ein Tag wie jeder andere, so scheint es. Er beginnt in der Dorfschenke. Reste wird sie genannt. Dort kann man sich den Klaren liter­weise einhelfen, um das Trübe, das die Milch bei den Angestellten des Molkereibetriebs hinterlässt, aus dem Körper zu vertreiben. Die Stielaugen-Jenny wacht über das Wohl und Wehe ihrer Kundschaft. Sie sieht alles.

Der Hans von der Staatsgewalt ist täglicher Gast. Er vergibt im Dorf die Spitznamen, so auch einen an Adi, einen Mitarbeiter der Molkerei. Der Adi ist einer, der von einer ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 180
von Esther Holland-Merten

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