Science-Fick-dich
Die schönen Tage von Middlesbrough sind längst vorbei. Im 19. Jahrhundert galt die Stadt im Nordosten Englands als Eldorado der Eisen- und Stahlindustrie. Danach ging es mit ihr bergab. Dem wirtschaftlichen Niedergang folgte der soziale. 2007 kam «Ironopolis» als «worst place to live in the UK» in die Schlagzeilen. Heute bricht Middlesbrough nur noch Negativrekorde: miese Löhne, schlechte Bildung, hohe Kriminalität, Alkohol-und Drogenmissbrauch. Jeder fünfte lebt mittlerweile von der Sozialhilfe. Und sogar der Smog ist hier gesundheitsschädlicher. Wer es schafft, zieht weg.
Wer bleibt, hat Pech gehabt. Hier spielt «Brilliant Adventures», das 2013 in Manchester uraufgeführte Stück von Alistair McDowall (geb. 1987).
In einer heruntergekommenen Sozialbausiedlung hat der 19-jährige Luke, ein versponnenes Physikgenie, eine neue Wohnung bezogen. Zwischen Bücherbergen, CDs, Play Station und Goldfischglas lebt er in seiner eigenen Welt und bastelt an einer Erfindung, einer Zeitmaschine. Sein älterer Bruder Rob, der ein halbnacktes Drogenwrack an der Hundeleine führt, holt ihn zurück in die Realität. Wenn man in Cracktown auf dem Marktplatz wohnt, wie Rob sagt, sollte man auch den ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Ingoh Brux
Die schleichenden Veränderungen im deutschen Stadt- und Staatstheater haben auch im Bereich Ausbildung tiefe Spuren hinterlassen. Die Vermittlungsquote der jährlich 180 Absolventen aller siebzehn staatlichen, deutschsprachigen Schauspielschulen ist mit 80 Prozent bei den Männern und 78 Prozent bei den Frauen relativ hoch im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen...
Ende März in Berlins wuchtigem Theatertrotzbau am Rosa-Luxemburg-Platz. Auf der Drehbühne kreiselt eine verwinkelte, mit Liebe gezimmerte Bretterbude, über der ein riesiger Videoscreen thront, der Stolz des Hauses. Was in den Zimmern vor sich geht, überträgt großzügig gepixelt und leicht grünstichig eine wackelige Handkamera, die noch das staksigste...
Phosphorus, gelber bzw. weißer Phosphor, erhielt nach seiner Entdeckung den Namen «Lichtträger», da er an der Luft selbstentzündend wirkt und unter Ausstrahlung eines grünlichen Lichtes oxydiert. Das Element Phosphor giert danach, sich mit Sauerstoff zu verbinden – was ihm sein Doppelgesicht als Lebensspender und Todbringer beschert. Im menschlichen Organismus...
