Gefangene der eigenen Geschichte
Wen schert das schon ich kann das nicht mehr hören dieses Geraunze satzloses Murmeln Syntax dahin ADE!» Es dauert nicht lange, da beschwert sich Agata schon über den Text, den die Autorin Eleonore Khuen-Belasi für sie und ihre Mitstreiterinnen geschrieben hat.
Agata, Aurelia und Teresa sind, tja, Figuren wäre schon übertrieben, vielleicht drei Gewächse Marke Golden Girls, die in ihrer Stadt Wurzeln geschlagen haben, oder ein restauratives Beckettsches Clownstrio auf Plastikstühlen, das besorgt Risse und Öffnungen im Asphalt unter sich bemerkt und mit der eigenen klebrigen Spucke zu reparieren versucht. Auch «Asphalt» spricht, ist also womöglich eine «Metapher» für die Straße, sprich das nicht-privilegierte Volk, doch während Aurelia, Agata und Teresa auf dem Papier ohne Punkt und Komma meckern, argumentieren und fachsimpeln, macht Asphalt sich dank Satzzeichen ordentlich verständlich.
Die Welt ist aus den Fugen, sinngemäß: Das ist der Ausgangspunkt von Eleonore Khuen-Belasis «ruhig Blut», dem man – Stichwort Schreibweise – Einflüsse der Wiener Avantgarde ebenso anmerkt wie das Philosophiestudium, das die 1993 in Bozen geborene Autorin derzeit noch an der Universität Wien ...
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Theater heute August/September 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 27
von Eva Behrendt
Übermut ist diesem Peer fremd. Er ist ein Träumer nicht aus Lust, sondern aus Not: Seine Träume sind verdrehte Fluchtversuche, sucht er doch im Eskapismus die Anpassung, im Ausbruch den Einbruch, sehnt er sich doch nach Zugehörigkeit und Heimkehr. Seine Großmannsfantasien sind ein fortwährendes Ringen um Liebe und um Anerkennung, das ebenso fortwährend scheitern...
In den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens war der 1937 in Wien geborene Schauspieler Peter Matic Mitglied des Burgtheaterensembles, er erhielt den Titel Kammerschauspieler, den Nestroy-Theaterpreis und das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, gastierte gelegentlich auch wieder an seiner Anfängerbühne Theater in der Josefstadt, an der Volksoper Wien...
Hamlets längster Monolog dauert gute 25 Minuten und ist weitgehend stumm: Er kommt dabei von den ganz großen Fragen – «Was ist der Mensch?» – schnell auf seine ganz besondere Frage – «Wie steh ich da?» – und auf sein ganz spezielles Dilemma: «Der Vater umgebracht, beschmutzt die Mutter, Verstand und Blut aufs Äußerste gereizt – und rühr mich nicht.» Und dann steht...
