Gefangen im Cyberreich

Botho Strauß’ «Das blinde Geschehen»

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Pas ça!» Mit einer Handbewegung wischt John Porto alles fort. Malt das Geschehen schwarz. Die sieben Revueengel, seiner Willkür ausgeliefert, nennen ihn ehrfurchtsvoll Papa, weil er sie aus dem Dunkel ans Licht holt und sie mit seiner Auslöschformel wieder dahin verbannt. Zurück ins blinde Geschehen. Im Papa hallt das «Pas ça!» nach, aber Papa ist auch eine Verkleinerungsform von Gott. John Porto ist ein Magier des Cyberspace, Herr über Existenz und Nichtexistenz, der Darsteller einer obskuren Zauberposse.

Niemand der Beteiligten kennt seine Rolle, die er in der Revue zu spielen hat, aber alle teilen sie dasselbe Begehren: überhaupt eine Rolle zu spielen, sich aus dem Schattenreich des nicht einmal Geträumten wenigstens für einen Moment ins Schlafbewusstsein der Menschen zu stehlen.

Gelingt dies, John Porto sei Dank, stehen die bis dahin Ungeträumten plötzlich verdattert im Rampenlicht dieser skurrilen Bewusstseinsshow: Der «Livrierte», ein Kammerdiener ohne Kammer, von seinem eigenen Auftritt überrumpelt: «Man hat mir nicht gesagt, was ich sagen soll. Ich weiß beim besten Willen nicht, worum es geht.» «Irgendwann», entgegnet John Porto, «tritt jeder Mensch in eine fortlaufende ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 197
von Plinio Bachmann

Vergriffen
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