Garagentreff
Ein bisschen kalt ist es an diesem Sommerabend auf der Freifläche hinter dem Kulturhaus Arthur in Chemnitz. Doch auch die Regenwarnung kann das Publikum nicht abhalten. Unter freiem Himmel nimmt es in den Reihen voller bunt bemalter Holzstühle Platz und schaut dabei direkt auf den Garagenkomplex, der hier schon seit Jahrzehnten stehen dürfte und mit riesigen Graffiti verziert wurde. «Macker haben Re -depause», steht da zum Beispiel in großen Lettern. Vor den Garagen steht ein kubisch angelegtes Gerüst aus Holzstreben, das der Größe nach einer Garage ähnelt.
Rechts sitzt ein Mann mit Cowboyhut unter einem Sonnenschirm und spielt ein futuristisches Instrument.
In diese Szenerie treten die vier Spielerinnen von «Und über uns der große Wagen» in Jeansoveralls und braunen Stiefeln auf und bringen sich in Position. Ausgehend von Recherchen und Interviews mit örtlichen Garagenbesitzer:innen hat die Regisseurin und Schauspielerin Julia Brettschneider mit ihrem Ensemble im Rahmen von Kulturhauptstadt Chemnitz ein Stück entwickelt, das den Geschichten, Erfahrungen und Dingen nachgeht, die noch rund 30.000 Chemnitzer Garagen umranken. Der Text, den Brettschneider selbst vorträgt, teilweise ...
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Theater heute November 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Anna Hoffmeister
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Kay Voges’ Intendanz in Köln beginnt mit – Schweigen. Seine erste Kölner Inszenierung «Imagine» ist ein wortloses Wimmelbild, eine sprachlose Überfülle von Bildern. Der Dialog ist auf dem Rückzug: Die erste Premiere noch vor Spielzeitbeginn war ein Monolog «Geheimplan gegen Deutschland – ein Nachspiel» von Andreas Beck. Auf «Imagine» folgten Claude De Demos...
