Im Taumel der Zeitenwende

Das Residenztheater eröffnet die Spielzeit mit zwei modernen Klassikern: Barbara Frey inszeniert Ödön von Horváths «Kasimir und Karoline», Cosmea Spelleken übersetzt Irmgard Keuns «Nach Mitternacht» in einen multimedialen Abend

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Es schleicht umher, es lauert in den Ecken, es lässt sich nicht aufhalten: das Störgefühl, dass sich etwas anbahnt – ein ungebetener Gast, der durch die Tür spaziert, bevor man ihn überhaupt hineingebeten hat. Das Residenztheater eröffnet die Saison mit zwei Stücken, die sich vor der Kulisse historischer Kipppunkte abspielen: Ödön von Horváths «Kasimir und Karoline» und «Nach Mitternacht» von Irmgard Keun.

In beiden Texten aus den 1930er Jahren taumeln Tagträumer und Nachtschwärmer, Weltenwandler und Stillstandspfleger durch die Unsicherheiten ihrer Zeit zwischen zerfallender Weimarer Republik, Rezession und dem Aufmarsch des Faschismus, zwischen politischen Umbrüchen, ideologischer Vereinnahmung und ökonomischen Zwängen.

Aber wohin mit der dunklen Vorahnung, die sich bedrohlich aktuell auch in den heutigen Gemütszustand einnistet? «In unruhigen Zeiten hilft es, sich zu vergewissern, wo man steht», verkündet Staatsintendant Andreas Beck zum Auftakt der Saison. 18 Premieren plant das Bayerische Staatsschauspiel für die Spielzeit 2025/26 – und will neben dem Schwerpunkt auf «Münchner Geschehen und Geschichte» auch starken Frauen eine Bühne bieten. Horváths Klassiker inszeniert die ...

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Theater heute November 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Ella Rendtorff

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