Früher alles besser?

Leander Haußmann & Ramba-Zamba-Ensemble «Läuft!» am Theater RambaZamba Berlin

Theater heute - Logo

Über mehrere Leinwände flimmern Bilder von Kriegen, Umweltkatastrophen und berühmten Leuten. Sie sind so omnipräsent, dass das Theater daneben bedeutungslos erscheint, so die Diagnose von Leander Haußmann und Ensemble in «Läuft!». Die Inszenierung ist laut Ankündigung eine Stückentwicklung, in der sich Regisseur und Darsteller:innen gemeinsam auf die Suche nach dem Glück gemacht haben. Womit in erster Linie eine freudvollere Zusammenarbeit innerhalb der Branche gemeint ist, aber auch so etwas wie neuer Lebenssinn und Perspektive.

Haußmann selbst hat schon letztes Jahr am RambaZamba-Theater inszeniert, den Filmklassiker «Einer flog über das Kuckucksnest», und wurde für seine «anarchische Energie» und seine «Menschenfreundlichkeit» gefeiert. Auch dieses Mal kommt seine Arbeit gut an, wie der große Applaus bekundet. Die Frage ist nur, warum? Denn das Stück offenbart trotz großartiger Schauspielmomente einen Kulturpessimismus, wie er nur von einem älteren weißen Mann kommen kann. Verzeihung für diese überstrapazierte Chiffre, aber sie ist einfach die treffendste Bezeichnung für ein Phänomen, das gerade landauf, landab passiert und wie das letzte Aufbäumen einer Generation von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Anna Fastabend

Weitere Beiträge
Im Kreidestaub

Das «Was bisher geschah» ist eine ästhetische Herausforderung im seriellen Erzählen. Natürlich kann man es sich einfach machen und das Publikum mittels Rückblenden und Off-Stimme auf Stand bringen. Oder man kann die Vorgeschichte künstlerisch in die aktuelle Folge integrieren. In «Antigone», dem Abschluss des Antikenprojekts «Anthropolis» von Karin Beier (Regie)...

Drei Akte

Jeden Abend werden die Freigelassenen in einer knallharten Inszenierung, die noch erbarmungsloser werden wird, plötzlich als Individuen sichtbar. Zwei Jeeps fahren – meistens mit Nerven zerreißender Verspätung – aus der Finsternis an karg beleuchtete öffentlich Pätze im Gaza-Streifen, wo ein wütender Mob sie erwartet. Auftritt der Chargen: die maskierten...

Suchlauf 1/24

20.1./SAMSTAG
21.55, 3sat: The Seven Sins: Gauthier Dance

Mitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart im November 2022 Neid, Habsucht, Völlerei, Zorn, Wollust, Trägheit, Hochmut: Sieben Vergehen sind es, die im Katechismus als die nicht zu vergebenden Sünden gelten. Eric Gauthier ließ sie auf sieben verschiedene Arten tanzen, porträtiert von sieben verschiedenen...