Früchte des Zorns
Die Idee ist bezwingend charmant und poetisch. Ein «organisierter Traum» sollen die Salzburger Festspiele nach dem Willen ihres Intendanten Markus Hinterhäuser sein, und ebenso eine «Education sentimentale» aus dem Geiste Flauberts. Ein hoher Anspruch, der sich im Grunde nur dialektisch lösen lässt im Angesicht der in diesem Jahr programmierten Bühnenwerke. Vieles bewegt sich im mythischen Feld, in Sphären, in denen die Götter zürnen und die Menschen um ihr Heil fürchten müssen.
Mittendrin starke, liebende, mächtige, verzweifelte Frauen: Medea, Elettra, Ilia, Alcina sowie einige illustre, ins Groteske verzerrte Sommergäste. Ein sehr anspruchsvolles Personal, das nicht in jeder Interpretation zu seinem Recht kommt. Musikalisch aber herrscht höchstes Niveau
Armer Teufel. Wie gerne würde er seinen Schützling, den todgeweihten Jedermann, in die Arme schließen. Allein, da ist kein Durchkommen. Werke und Bruder Glaube stehen im Weg, finster entschlossen. Ein echter Beelzebub aber, vor allem einer mit zwei Schwänzen (einer hinten, wie es sich gehört, einer vorne, was sehr lustig ausschaut), lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Also schwingt er sich hinauf zur großen Philippika über ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten
Nicht einmal 100 Kilometer sind es von dem nach Adam Mickiewicz, einem der Nationaldichter Polens, benannten Platz im Zentrum von Lviv bis zur Ruine der großen Synagoge in Brody, dem Geburtsort Joseph Roths. Aber mit dem Bus braucht man für die Strecke fast zwei Stunden. Hier, in dem einst durch Handel und Schmuggel prosperierenden Nest an der Grenze zwischen der...
Es gibt Opernaufführungen, bei denen alles stimmt: rollengerechte Besetzung (vokal, physiognomisch), die musikalische Einstudierung und Leitung, ein treffendes Bühnenbild sowie eine Regie, die das Werk in seiner Essenz aufschließt. So gelingt es, dass eine Inszenierung zum Retter einer problematischen Oper wie «Das Wunder der Heliane» von Erich Wolfgang Korngold...
Wo kühn Kräfte sich regen ... Vor 377 Millionen Jahren rast ein Meteorit mit 100 000 Stundenkilometern auf die Erde zu, schlägt im weiland noch auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen heutigen Mittelschweden ein. Vier Kilometer Durchmesser hatte der Himmelsriese, der Krater, den er hinterlässt, umfasst derer 50. Siljansringen nennen die Schweden diese gigantische...
