Fremdheit und Freiheit

Dimitré Dinev: «Das Haus des Richters»

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Gute Literatur hat immer von guten Geschichten gelebt. Und gute Geschichten haben Leute geschrieben, die umständehalber viel gereist sind, verfolgt wurden … In der Kultur hat es immer diese Zuwanderung gegeben, auch in der Wirtschaft, durch die grenzüberschreitenden Händler. Sie zeigen, dass die Welt viel größer ist als die Scheune, die man kennt. Und es ist kein Zufall, dass der Archetyp des Künstlers in der griechischen Mythologie zugleich ein Fremder ist. Daidalos hat seine großen Werke im Exil geschaffen.

Die Übereinstimmung von Künstler und Fremdem ist in unserem Denken verankert.»
Dimitré Dinev weiß, wovon er spricht, wenn er auf das Verhältnis von künstlerischer Freiheit und existenzieller Fremdheit hinweist. Er selbst ist solch ein fremder Erzähler, Geschichtenhändler über Grenzen hinweg. 1968 im bulgarischen Plovdiv geboren, floh er 1990 nach dem Militärdienst nach Österreich, schlug sich ohne gültige Papiere in allen möglichen Tätigkeiten durch und ist heute, nach Erscheinen seines zu Recht viel gepriesenen Romans «Engelszungen» und dem Erzählband «Ein Licht über dem Kopf», einer der interessantesten österreichischen Schriftsteller seiner Generation. Vor kurzem sind die ...

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Neue Regeln, Seite 141
von Sebastian Huber

Vergriffen
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