Freiburg: Beziehungsbiester

Shakespeare «Ein Sommernachtstraum», Strindberg «Totentanz»

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Ein Boxring, nur ohne Sicherheitsseil. Ein festungsfelsgraues Plateau, nur ohne Landschaft. Darauf zwei Sparringspartner, nur voneinander abgewandt. Die szenische Ausgangslage, die die niederländische Regisseurin Liliane Brakema im Freiburger Theater für August Strindbergs «Totentanz» wählt, spottet jeder Ehebeschreibung. Edgar und Alice, die verkannte Schauspielerin und der entthronte Offizier, führen einen Haushalt von der Ausstrahlung eines erkalteten Heizkörpers. Der bildet prompt das einsame Bühnenmöbel auf Sammy van den Heuvels sparsam ausgeleuchteter Podestinsel im Kleinen Haus.



«Wollen wir spielen?», bricht der Artillerist das routiniert frostige Schweigen. Aber nein, das will das Paar recht lange nicht in dieser Insze­nierung. Bis die Rede auf Kurt kommt. Kurt, den Quarantänemeister. Da knickt Marieke Kregels Hüfte ab, tänzerisch und eine Spur zu kokett, als dass ein Publikum im Unklaren bliebe, wo genau Kurt zwischen Edgar und Alice steht. Nämlich mitten im Weg, und das seit 15 Jahren, obwohl er sich nicht hat blicken lassen in dieser Spanne.

Jetzt, da Martin Hohners Kurt wie durch unsichtbare feindliche Linien zum Rencontre aufs Podest kriecht, ist das Trio sichtlich ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Stephan Reuter

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