Frankfurt: Fest aus dem Fundus
Garantiert anspielungsfrei, aktualitätsresistent und gegenwartsabstinent ist diese Aufführung. Keine Wirtschaftskrise, kein Dschihad und kein Flüchtling trübt die grundschwarze Bühne. Das Spiel kreist, meist aufgeregt, um sich selbst. Natürlich stellt man sich, als Kritiker zumal, bedenklich die Frage, was das soll.
Der «Revisor» ist eine Entlarvungsgeschichte aus der russischen Provinz, wo die gesamte Stadt mit all ihren ehrwürdig-lächerlichen Honoratioren ihrer eigenen Panik aufsitzt, revidiert zu werden.
Ein Stück aus jenem Trug, hinter dem dann doch die lächerliche Wahrheit deutlich wird. Man kann sich das Spiel aus Aufregung, Engelszungen und Bestechung ausmalen, ohne das Stück jemals gesehen zu haben.
Sebastian Hartmann (Regie) unternimmt nicht mal den Versuch einer «Revisor»-Inszenierung. Gleich zu Anfang machen die acht Schauspieler, die mit Frack und Zylinder auch eher wie Zirkusfiguren denn wie Russen aussehen, mit Gerenne und Sprüngen deutlich, wo wir sind: auf einer Bühne. Sascha Nathan stellt dann die Figuren der Komödie vor (bei den Russen ist es ja immer schwierig mit dem Personal), und stiftet damit endgültige Verwirrung: Jeder ist alle. Eine Frage der Verabredung, ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Peter Michalzik
Aachen, Grenzlandtheater
20. O’Neill, Eines langen Tages Reise in die Nacht
R. Ulrich Wiggers
Aalen, Theater der Stadt
16. nach Goethe, Open Werther (U)
R. Jonathan Giele
Altenburg/Gera, TPT
8. nach Baricco, Seide (U)
R. Holk Freytag
30. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Christian Schmidt
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
3. nach Fassbinder, Angst essen Seele auf
R....
Aufführungen
Er war der erste, der sich an die ganz, ganz dicken Schmöker getraut hat: Frank Castorf, der seit zwanzig Jahren nicht nur Dostojewski zu langen, langen Theaterabenden kompiliert. Am Münchner Residenztheater hat er sich jetzt Jaroslav Haseks 1000-seitigen Schelmenroman «Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg» vorgenommen, Länge des Abends...
Sie ist noch immer flink wie ein Wiesel. Wie sie leichtfüßig die Treppen des Burgtheaters hochhüpft, würde man nicht glauben, dass Elisabeth Orth, ehrwürdige Kammerschauspielerin und Doyenne des Hauses, gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert hat. Zum Fotografen meint sie ziemlich direkt, er möge sie bitte weder «plüschig noch neckisch» abbilden, das entspreche nicht...
