Die fahle Puppe

Bettina Engelhardt, Margrit Sengebusch nach Bettina Flitner «Meine Schwester» am Schauspiel Essen

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Eine lange Tafel mit zahlreichen Stühlen unterschiedlichster Form und Größe erstreckt sich über die Breite der Bühne. Samtbezogen mit hoher Lehne wie ein Thron der eine, aus derbem Holz der andere, ein dritter ragt kaum über die Tischkante (Bühne Nina Linkowski). Durch den dunklen Vorhang dahinter lugt das gespenstisch blasse Gesicht einer Frau mittleren Alters. Scharf geschnittene Gesichtszüge, die aschblonden Haare in einem losen Dutt, die Augen verhangen.

Erst als ihr menschlicher Zwilling hinter ihr erscheint, wird klar, dass es sich um eine lebensechte Handpuppe handelt (Puppenbau Suse Wächter). Wie das innere Schattenkind ihrer Trägerin taucht die fahle Puppe an diesem Abend immer mal wieder auf, stets in engem Austausch mit ihrer menschlichen Doppelgängerin. Dann schauen sich die beiden an, nicken einander zu, verstehen sich blind.

In Bettina Engelhardts Inszenierung von Bettina Flitners Erinnerungsbuch «Meine Schwester» (Bühnenfassung Engelhardt und Margrit Sengebusch) in der kleinen Spielstätte ADA am Schauspiel Essen erscheint das Puppenspiel als beklemmende Chiffre für ein seelisches Leid, das im Suizid endet. Ausgehend vom Selbstmord ihrer Schwester Susanne streift ...

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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Natalie Bloch

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