Flug aus 23 Metern Höhe
Drei Frauen in einem Hochhaus: Großmutter Sugar, Mutter Viki und Tochter Kitti. Das Hochhaus zwischen heimeliger Zärtlichkeit und brutalistischer Kälte. Kitti, 17 Jahre alt, ist schwanger. Sollte sie – so jung – ein Kind bekommen? Der Vater Maik – «ein blonder Junge, schiefes Lächeln» – wohnt ein paar Stockwerke über ihnen, mit Vater und Großvater, ein Gegenstück zu den drei Frauen unten. Ob Maik das Kind will, wenn Kitti wollte ...?
Ivana Sokola wurde 1995 in Hamburg geboren und studiert Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin.
Sie erzählt in ihrem Stück »Kill Baby« anhand der großen Entscheidung um eine junge Schwangerschaft von innerfamiliären weiblichen Verbindungen, von Zärtlichkeit und Kälte, die als Attribute von Mütterlichkeit eine bedrückende Kombination ergeben. Großmutter Sugar und Mutter Viki nehmen sich als Kittis Welt wahr, sie halten und verstehen sie – glauben sie. Kitti empfindet ihre Nähe auch als erdrückend und ihre Streitereien als ermüdend. Wie kann sie für sich herausfinden, was sie eigentlich will?
Ivana Sokolas Stück – mit dem sie in diesem Jahr den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker:innen gewann – handelt von Kontinuitäten, von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 155
von Lena Wontorra
Wenn Ausflugsschiffe fahren, fahren sie hier vorbei: Pirna, Sächsische Schweiz. Und hoch oben über der Elbe, auf den Sandstein gesetzt wie eine Kleckerburg, der Sonnenstein. Hier glänzt das sanierte Sachsen, Schaufelraddampfer im Mississippi-Style, Dixieland-Musik und Radeberger an Bord, und dann die Landschaft: «Herrlisch!»
13.720 Menschen wurden hier binnen eines...
Digitales Theater ist genau genommen kein Theater. Es ist ein seltsamer Hybrid, eine Kreuzung aus Film und Theater, an dessen Erforschung und Entwicklung an allen Theatern Europas gerade fieberhaft gearbeitet wird. Mit offenem Ende. Dabei ist ein Paradox offensichtlich: Die Digitalisierung entfernt die zwei Haupt-Protagonist:innen des Theaters – also Bühne und...
Rückzug, Rückzug, Rückzug. Nach Monaten der Ebbe folgt – noch mehr Ebbe. Wohin ist das Meer gegangen? Wohin ist das gegangen, was allen gehört? Was unsres war, und was jetzt fehlt? Man hat uns erzählt, Gegenwart sei anders gar nicht denkbar. Als in Räumen, die nicht denen gehören, die sie beleben. Öffentlichkeit – der Virus frisst sie nicht, sondern legt ihr...
