Flaute am Meer

Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg startet Friedrich Schirmer mit maritimen Anspielungen und einer sturmfesten «Frau vom Meer»; am Thalia Theater stranden Armin Petras und Stephan Kimmig mit Dürrenmatt und Moritz Rinkes «Café Umberto»

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In der Not der Erfindung ist die Hoffnung das Archiv. Dort liegen die gesicherten Schätze der Vergangenheit für all jene griffbereit, die Angst haben, etwas falsch zu machen. Und das Archiv als solches ist heute so groß, tief und weltumspannend, dass der arme Künstler, der mit dem Mut den Einfall verloren hat, vielleicht sogar hoffen darf, fremde Ideen unbemerkt als seine eigenen zu verkaufen.

Im Zweifelsfall sind ja Kategorien wie «Zitat», «Vorlage», «Hommage» oder «Korrespondenz» schnell zur Hand, um plumpen Diebstahl von geistigem Eigentum mit kunsthistorischen Rechtfertigungen zu bemänteln.

Aber es gibt doch Grenzen dieses Zugriffs. Zum Beispiel, wenn man einen viel beschworenen Epochenwechsel in einem berühmten Theater mit einem Bühnenbild beginnt, das über zwei Millionen Menschen live und Millionen andere als Reproduktion bereits von seinem eigentlichen Erfinder kennen. So gesehen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo der neue Intendant Friedrich Schirmer mit der inneren Verpflichtung, sich von seinem Vorgänger Tom Stromberg sowie seinem Nachbarn Ulrich Khuon im Thalia Theater abzugrenzen, eine völlig neue Kunst-Mischung wagen will.

Doch dann stellt Etienne Pluss für die ...

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Theater heute November 2005
Rubrik: Starts, Seite 10
von Till Briegleb

Vergriffen
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